ABC-Analyse – Wofür und wie erstelle ich eine ABC-Analyse?

Was ist eine ABC-Analyse?

Eine ABC-Analyse ist ein gutes Werkzeug für Dich, um Daten in eine Struktur nach Ihrer Bedeutung oder Wichtigkeit zu bringen. Dabei sind die Daten der Analyse, die Du in die Kategorie A ordnest am wichtigsten, die in der Kategorie B am zweit wichtigsten und C, die Daten, die am wenigsten wichtig sind. Die ABC-Analyse ist ein einfaches Instrument, um sich schnell einen Überblick über eine gewisse Menge von Daten machen zu können. Dabei ist es zunächst unerheblich, um welche Art von Daten es sich handelt. Du willst zum Beispiel wissen, welche Produkte sich am besten in Deinem Unternehmen verkaufen, dann clustere die Produkte nach Ihrem relativen Anteil zum Gesamtumsatz in Ihrer Bedeutung nach ABC. Betreibe dann als Ergebnis Deiner Analyse zum Beispiel für C-Produkte weniger Werbung und reduziere damit Deine Kosten für Marketing.

Ziele der ABC-Analyse?

Hauptziel der Analyse ist es, welchen Daten Du besondere Aufmerksamkeit schenken solltest, da diese Daten wichtiger sind, als andere Daten. Mit der ABC-Analyse ist es somit möglich:

  • Wichtiges von Unwichtigem zu trennen,
  • Transparenz in große Datenmengen zu bekommen,
  • Daten vergleichbar zu machen,
  • Ansätze für Verbesserungsmaßnahmen (z.B. Einsparpotentiale) zu finden,
  • Produkte, Dienstleistungen oder andere  Dinge zu finden, die sich wirtschaftlich nicht oder nur wenig rentieren (Steigerung der Wirtschaftlichkeit),
  • wirtschaftliche Entscheidungen auf einer guten Entscheidungsgrundlage zu treffen.

Wie lege ich die Grenzen bei der ABC-Analyse fest?

Zu Beginn der Analyse sollte man festlegen, in welchen Grenzen man sich auf A, B oder C festlegt. Hierfür gibt es keine genau vorgeschriebenen Grenzen und es hängt auch ein wenig davon ab, was Du mit der ABC-Analyse untersuchen willst. Folgende Werte geben Dir eine Richtung vor:

Die Kategorie A umfasst zwischen 60% und 85% des Wertes Deiner zu analysierenden Daten. Es macht aber maximal 10% der Menge Deiner Daten aus. Das heißt, das einige wenige Daten (z.B. 10%) den höchsten Wert (z.B. 80%) Deiner Daten ausmachen. Stell Dir z.B. ein Damenmodegeschäft vor, das neben Strickwaren auch Pelze anbietet. Die Anzahl der Pelze wird relativ gering sein, aber ihr Wert im Verhältnis zum gesamten Warenlager sehr hoch sein.

Die Kategorie B umfasst zwischen 10% und 25% des Wertes Deiner Daten und ca. 20% bis 30% der Datenmenge. Hierbei handelt es sich um Daten die mittelwichtig, mittelwertig oder nicht umsatzschwach aber auch nicht umsatzstark sind.

Die Kategorie C macht zwischen 5% und 15% des Wertes Deiner Datenanalyse aus, aber ca. 70% bis 80% der Datenmenge. Das heißt, die große Anzahl der Daten, fallen wertmäßig überhaupt nicht ins Gewicht, weil sie unwichtig, niederwertig oder umsatzschwach sind.

Zusammenfassung zur ABC-Analyse

Zusammenfassend stellt man also mit Hilfe der ABC-Analyse fest, das ein mengenmäßig kleiner Teil, den wertmäßig größten Anteil ausmacht. Man spricht hier auch von der 80/20-Regel oder vom Pareto -Prinzip. Stark vereinfacht heißt das also, das man mit 20% Aufwand ca. 80% des Ertrages erzielt, oder mit 80% des Aufwandes nur 20% Ertrag. Wenn man sich nun also auf die weniger aufwändigen, aber ertragreicheren Produkte im Unternehmen konzentriert, wird man als Unternehmen erfolgreicher.Dabei lassen sich nicht nur die Kosten in der Materialwirtschaft reduzieren, sondern eben auch Kosten für Verwaltung, Vertrieb und Marketing. Die Produkte oder Dienstleistungen, die ein Alleinstellungsmerkmal darstellen, gewinnen mehr an Bedeutung und man verzettelt sich weniger.

Man kann also nur jedem Existenzgründer und Unternehmer empfehlen, von Zeit zu Zeit die ABC-Analyse anzuwenden, um zu sehen, was seine wichtigsten Produkte oder Dienstleistungen sind, um sich im Anschluss an die ABC-Analyse auf eben diese Produkte zu konzentrieren. Damit wird das Unternehmen wirtschaftlicher und man konzentriert sich auf das, was am meisten einbringt.

ABC-Analyse in der Materialwirtschaft

In der Materialwirtschaft nahm die ABC-Analyse ihren Ursprung. Wenige Materialien sorgen für eine hohe Kapitalbindung im Lager. Durch die ABC-Analyse findet man heraus, welche A-Materialien in welcher optimalen Menge am Lager verfügbar sein müssen, und wann man wieder nach einem Materialverbrauch nachbestellen muss. C-Materialien bedürfen aufgrund ihres geringen Wertes keiner so hohen Aufmerksamkeit.

ABC-Analyse im Produkt- oder Dienstleistungs-Mix

Oft hat man als Gründer oder Unternehmer mehrere Produkte oder Dienstleistungen im Programm. Hier sollte man mittels ABC-Analyse entweder die wertmäßigen Anteile am Umsatz und am Rohertrag (Umsatz minus Materialkosten) vergleichen. Möglicherweise bringen mengenmäßig wenig Produkte oder Dienstleistungen den größten Anteil am Umsatz oder am Rohertrag.

Wenn Ihr noch Fragen oder Ergänzungen habt, nutzt den Kommentar.

KfW-Berater, Unternehmensberatung Mainz, Wiesbaden, Bad Kreuznach und Frankfurt

Unternehmensberatung Bad Kreuznach, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Euer start!up Team – Unternehmensberatung aus Bad Kreuznach, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

Written by Andreas Herzog
Hallo ich bin Andreas. Ich habe 2007 start!up consulting gegründet, um Existenzgründer auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Dabei bediene ich mich unkonventioneller Methoden, versuche keinen Berater heraushängen zu lassen und bringe Deine Idee zum Erfolg.