Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Tipps und Tricks

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung - Tipps und Tricks

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Was ist das?

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung bkommen alle Existenzgründer als Post vom Finanzamt, egal ob man als Selbständiger ein Gewerbe anmeldet oder sich als Freiberufler direkt beim Finanzamt um eine Steuernummer bemüht.

Da das regelmäßig Angstschweiß und viele Fragezeichen im Kopf der Gründer auslöst, gibt es heute hier eine Schritt-für-Schritt Ausfüllanleitung.

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist eine Art Anmeldung Eures Unternehmens beim Finanzamt. Ab dem Zeitpunkt weiß dass Finanzamt, dass Ihr Gewerbetreibender oder Freiberufler seid und dass es von Euch für Eure selbstständige oder freiberufliche Tätigkeit Geld (Steuern) bekommt.

Weiterhin teilt Euch das Finanzamt nach Abgabe des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung auch eine Steuernummer zu, die Ihr zwingend auf Euren Rechnungen angeben müsst.

Wir gehen den Fragebogen nun Schritt für Schritt durch, um mögliche Fehler beim Ausfüllen zu vermeiden.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Was will ich denn anmelden?

Zunächst muss man hinschreiben, an welches Finanzamt man seinen Fragebogen denn richtet. Grundsätzlich gilt der Grundsatz, dass der Antrag an das Finanzamt gerichtet wird, wo sich der Wohnsitz des Gründers befindet. Ausnahmen kann es bei Anmeldung einer GmbH geben, wenn Wohnsitz und Betriebsstätte nicht beim gleichen Finanzamt liegen.

Die nächsten Kreuzchen überliest man leicht, da sie eng unter der Unterschrift stehen. Aber man muss sich festlegen, ob man etwas gründet bzw. vermietet oder ob man sich an einer Personengesellschaft beteiligt.

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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Allgemeine Angaben

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Bei den allgemeinen Angaben sollte es noch wenig Probleme geben. Beim ausgeübten Beruf ist der derzeit (bislang) ausgeübte Beruf zu benennen. Die Steueridentifikationsnummer erhält man mittlerweile bei Geburt. Alle älteren Semester wurden irgendwann einmal über Ihre Identifikationsnummer informiert. Zur Not hilft ein Blick auf den letzten Steuerbescheid oder die letzte Lohn- und Gehaltsabrechnung.

Wichtig ist auch, dass der nicht Kirchensteuerpflichtige das Kürzel VD eintragen muss.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Art der Geschäftstätigkeit

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Beschreibt kurz die Art und den Umfang des ausgeübten Gewerbes bzw. der von Ihnen ausgeübten Tätigkeit, z. B.:

  • Handel mit Hilfsmitteln zum Schweißen oder Löten von Metallen,
  • Bäckerei (Handel mit Bäckereierzeugnissen – Brötchen, Brot, Backwaren),
  • Handel mit Baustoffen (ohne ausgeprägten Schwerpunkt),
  • Arzt – Internist,
  • landwirtschaftlicher Gartenbaubetrieb.

Die Art der Tätigkeit sollte sich mit den Angaben in der Gewerbeanmeldung decken.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Bankverbindungen

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Die meisten Gründer lesen hier bei Bankverbindung für Steuererstattungen nicht weiter 😉 Allerdings ist der Fall der Steuererstattung der seltenere und hinter Steuerstattung steht SEPA-Lastschriftverfahren.

Es geht hier also um beide Zahlungswege, den für Erstattungen als auch für Zahlungen. Wir empfehlen auch für Einzelunternehmer ein separates Geschäftskonto, auch wenn das gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Bei Kapitalgesellschaften wie UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH kommt man um das Geschäftskonto eh nicht herum. Auch die Einwilligung in das SEPA-Lastschriftverfahren macht Sinn und spart Zeit und Ärger.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Steuerberater

Wenn man sich steuerlich beraten lässt, was wir empfehlen, kann man seinen Steuerberater hier mit angeben und auf Wunsch werden die offenen Fragen dann bilateral zwischen Steuerberater und Finanzamt geklärt.

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Möchte man, dass die Post vom Finanzamt direkt zum Steuerberater geht, muss man das auf Seite 3 unter Empfangsbevollmächtigter angeben.

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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Unternehmensangaben

Ab Mitte der Seite 3 geht es dann auch endlich um das zu gründende Unternehmen. Auch hier sind erst einmal allgemeine Unternehmensangaben fällig. Wer noch kein Büro oder andere Gewerbeflächen angemietet hat, gibt immer zuerst einmal seinen Wohnsitz an.

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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Beginn der Tätigkeit

Hier ist zum ersten Mal Vorsicht geboten. Je nachdem, wie Ihre Gründung finanziert werden soll, kann es bei manchen Förderprogrammen erheblich sein, dass Sie vor Beginn des Vorhabens (also vor Gründung) den Antrag auf Förderung gestellt haben. Wer also den Beginn der Tätigkeit im steuerlichen Erfassungsbogen zu früh datiert, kann möglicherweise Probleme bekommen.

Es hat sich bewährt das Datum zu wählen, wo Sie zum ersten mal unternehmerisch tätig werden. Das bedeutet in der Praxis, wenn Sie zum ersten mal etwas auf Rechnung der Firma einkaufen oder im Namen der Firma Verträge schließen, wie zum Beispiel einen Mietvertrag oder einen Liefer-/Leistungsvertrag. Wichtig ist zu wissen, dass Sie noch nicht gegründet haben müssen, um erste Anschaffungen oder Ausgaben tätigen zu können. Das Finanzamt erkennt so genannte Vorgründungskosten als Betriebsausgabe an, wenn ein sachlicher Zusammenhang mit der Gründung nachgewiesen werden kann.

So entstehen ja zum Beispiel regelmäßig Beratungskosten, wenn wir Gründer in der Vorgründungsphase beraten. Denkbar sind auch Seminarkosten, Reisekosten, Fachliteratur etc. Diese werden nach Gründung als Betriebsausgaben geltend gemacht.

Also kleine Zeile, große Wirkung!

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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Kammerzugehörigkeit

Wer ein Gewerbe oder ein Handwerk betreibt, ist Zwangsmitglied in der IHK (Industrie- und Handelskammer) oder HWK (Handwerkskammer). Auch wenn die Rechtsform eine Kapitalgesellschaft ist, ist man in der IHK. Nur Freiberufler sind frei von der Mitgliedschaft in IHK und HWK, unterliegen aber zum Teil berufsständischen Kammern wie Architekten, Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater etc.

Wer hier sein Kreuzchen bei ja macht, bekommt demnächst Post von der zuständigen Kammer.

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Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – Handelsregister und Gründungsform

Auch wenn eine Eintragung ins Handelsregister beabsichtigt ist oder der Antrag bereits gestellt wurde, ist das im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu vermerken.

Bei einer Neugründung ist nochmals das Datum zum Beginn der Tätigkeit zu wiederholen und die Unternehmensangaben.

Es kann aber auch sein, dass Du ein Unternehmen übernimmst, den Geschäftssitz an einen anderen Ort verlegst oder Unternehmen miteinander verschmelzen. Dann ist das entsprechend zu markieren und das vorige Unternehmen anzugeben.

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Written by Andreas Herzog
Hallo ich bin Andreas. Ich habe 2007 start!up consulting gegründet, um Existenzgründer auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Dabei bediene ich mich unkonventioneller Methoden, versuche keinen Berater heraushängen zu lassen und bringe Deine Idee zum Erfolg.