1% Regelung oder Fahrtenbuch – Was ist günstiger?

1% Regelung oder Fahrtenbuch – Was ist für den Steuerpflichtigen günstiger?

Diese Frage bekommen wir sehr häufig gestellt und haben für den Existenzgründer zwei ganz heiße Tipps parat:
1. Frag Deinen Steuerberater und 2. Frag Deinen Steuerberater.

Dieser hat mit Sicherheit die passende, und vor allem richtige Antwort. Für alle diejenigen unter unseren geneigten Leser die sich bei Ihrer Existenzgründung keinen Steuerberater leisten wollen, oder können haben wir hier die wichtigsten Infos zusammen getragen.

Als Existenzgründer, Unternehmer und Selbständiger verbringst Du, gewollt oder ungewollt viel Zeit in Deinem Firmenwagen. Daher denken viele Gründer über die Anschaffung eines PKWs nach, oder übernehmen ihren ehemals privat genutzten PKW in das Betriebsvermögen und somit gleichzeitig in das Anlagevermögen. Somit kann dieser auch abgeschrieben werden.

Bitte mach Deine unternehmerische Leistung nicht von der Optik oder Größe Deines Firmenwagens abhängig. Das brauchst Du doch gar nicht. Bitte beachte dabei auch Anschaffungskosten und laufende Unterhaltskosten. Als Gründer hast Du in der Gründungsphase nichts, aber auch gar nichts zu verschenken. Bei einer Neuanschaffung kannst Du grundsätzlich folgendes berücksichtigen:

Anschaffungskosten, Laufende Kosten, Wartung und Instandhaltung sind Betriebsausgaben und daher abzugsfähig. Bei den Anschaffungskosten ist dies im Rahmen der AfA möglich.

– Nutzt Du den PKW mindesten zu 50% betrieblich gilt:

Das Fahrzeug gehört zum betrieblichen (Anlage)vermögen. Alle anfallenden Kosten können dadurch komplett als Betriebsausgaben angesetzt werden.

– Nutzt Du den PKW weniger als 50% betrieblich gilt:

Bei einer betrieblichen Nutzung unter 50% bist Du zur Führung eines Fahrtenbuches verpflichtet. Auf dessen Grundlage dann im Rahmen des Jahresabschlusses die anteiligen Betriebskosten ermittelt werden.

Firmenwagen versteuern: Fahrtenbuch oder 1 % Regelung?

Nutzt Du den Firmenwagen auch für private Zwecke, wird dies als geldwerter Vorteil gewertet. Darauf zahlst Du leider auch noch Einkommensteuer. Dabei stellt die Finanzverwaltung zwei Möglichkeiten Varianten zur Verfügung. Nebenbei sei erwähnt, dass kaum eine andere Regelung zu mehr Diskussionen und Verwirrung geführt hat.

Möglichkeit 1: Besteuerung des Firmenwagens mit der 1 %

Hierbei wird der Neupreis, oder auch Brutto-Listen-Preis des Firmenwagens zugrunde gelegt und monatlich 1 % davon  als geldwerter Vorteil angerechnet. Falls vorhanden, kommt evtl. noch die Fahrt vom Wohnort zur Arbeit hinzu. Dann wird die Entfernung mit 0,03 % des Listenpreises multipliziert und als geldwerter Vorteil monatlich angerechnet. Im Gegenzug wird die Entfernungspauschale von 30 Cent je Kilometer gegengerechnet Beachtet bitte bei der Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeuges auf jeden Fall auch den Anschaffungswert, den der Erstbesitzer auf den Tisch gelegt hat. Hierbei handelt es sich um eine Stolperfalle, die viele Gründer bei der Erstellung des Jahresabschlusses geradezu überfährt.

Beispiel: Wir gehen von einem Listenpreis i. H. v.  25.000 € aus.

1% davon = 250,-€. Wir gehen von einer Nutzungsdauer über das gesamte Kalenderjahr aus und multiplizieren diesen Betrag x 12 = 3.000,-€. Damit aber nicht genug den die Mehrwertsteuer kommt noch oben drauf: 3.000 x 0,19 (19% MwSt.) = 570,-€.

3000,-€ + 570,-€ = 3570,-€.

3570,-€ die im Rahmen des Jahresabschlusses auf versteuert werden müssen, quasi Deine Einnahmen erhöhen. Fies, nicht wahr?

Möglichkeit 2: Besteuerung des Firmenwagens mit dem Fahrtenbuch

Um der pauschalen Besteuerung zu entgehen, ist die Führung eines lückenlosen Fahrtenbuchs unerlässlich. Aus den eingetragenen Fahrten kann dann im Verhältnis betriebliche geführte Fahrten / privat veranlasste Fahrten  ein Prozentsatz ermittelt werden, z. B. 15%. Dieser Wert wird dann für die Besteuerung zugrunde gelegt.

Beispiel, wirklich nur ganz grob:

Jährliche Kosten PKW 10.000,-€, Private Nutzung lt. Fahrtenbuch 15%

10.000,-€ x 0,15 (15%) = 1.500,-€
1.500,-€ x 0,19 (19% MwSt.) = 285,-€
1.500,-€ + 285,-€ = 1.785,-€

Bitte berücksichtige hierbei, dass es sich wirklich nur um ein sehr einfaches Beispiel handelt um dieses undurchsichtige Thema etwas transparententer zu machen. Aus dem o. a. Beispiel ergibt sich für den Steuerpflichtigen bei der Nutzung eines Fahrtenbuches ein Vorteil von: 1.965,-€. Wie wir finden eine stolze Summe.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema kommen wir wieder auf den Tipp aus der Einleitung zurück: Frag Deinem Steuerberater!

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