Die Arbeitslosenversicherung für Gründer und Selbständige

Arbeitslosenversicherung für Selbständige?

Die Arbeitslosenversicherung kennt man vom Studium der letzten Lohnabrechnung aus dem Angestelltenverhältnis. Dort ist die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit Pflicht und wird über den Arbeitgeber pauschal vom Lohn abgezogen. Doch auch Selbständige können sich freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern.

Doch wie immer gibt es Voraussetzungen und Bedingungen, die Ihr bei einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung beachten müsst.

Welche Bedingungen muss ich für die freiwillige Arbeitslosenversicherung erfüllen?

1. Voraussetzung

Wenn Du Dich weiter freiwillig gegen Arbeitslosigkeit versichern möchtest, musst Du vor der Aufnahme Deiner Selbständigkeit innerhalb der letzten 24 Monate mindestens 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.  Es muss sich dabei um ein sogenannten Versicherungspflichtverhältnis handeln, das ist im §24 des 3. Sozialgesetzbuchs (SGB III) geregelt. Das trifft immer dann zu, wenn Du Arbeitnehmer warst, versicherungspflichtiger Krankengeldbezieher warst oder versicherungspflichtige Erziehungszeiten hattest. Die Versicherungszeiten der letzten 24 Monate müssen dabei nicht 12 Monate am Stück betragen, sondern können sich auch aus unterbrochenen Versicherungszeiten, die zusammen 12 Monate ergeben, zusammensetzen. Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung kann unter Umständen auch berücksichtigt werden, z.B. wenn ein Beschäftigter mit freiwilliger Arbeitslosenversicherung aus dem Ausland zurückkehrt und sich dann im Inland selbständig macht.

Für Studenten, die sich gleich nach dem Studium selbständig machen wollen oder wenn Du bereits lange selbständig bist, kommt die freiwillige Weiterversicherung gegen Arbeitslosigkeit leider nicht in Frage.

2. Voraussetzung

Du musst als Antragsteller unmittelbar vor Beginn Deiner Selbständigkeit Arbeitslosengeld oder eine andere Sozialleistung nach SGB III in Anspruch genommen haben. Die freiwillige Arbeitslosenversicherung ist also vor allem für Alle interessant, die aus der Arbeitslosigkeit gründen wollen und zum Beispiel auch den Gründungszuschuss beantragen. Die Bezugsdauer von Sozialleistungen nach SGB III ist für die freiwillige Arbeitslosenversicherung unerheblich.

Wie funktioniert die Antragstellung?

Der Antrag auf freiwillige Weiterversicherung gegen Arbeitslosigkeit muss innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Selbständigkeit bei Deinem Arbeitsamt am Wohnort gestellt werden. Du musst anhand Deiner Gewerbeanmeldung oder durch eine Bescheinigung Deines Steuerberaters nachweisen, dass Du Deine selbständige bzw. freiberufliche Tätigkeit mindestens 15 Stunden pro Woche ausübst.

Wie hoch ist der Beitrag (2014)?

Die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung sind seit 2011 deutlich gestiegen. Waren vor 2011 Beiträge von monatlich unter 18 EUR für die freiwilige Arbeitslosenversicherung fällig, zahlt man heute um die 80 EUR (West) und 70 EUR (Ost). Der Beitrag bemisst sich an einer verändernden Bezugsgröße von derzeit 2.765 EUR (West) und 2.275 EUR (Ost). Daraus werden nach § 341 SGB III 3% als Beitragssatz festgelegt. Das bedeutet 82,95 EUR (West) und 70,35 EUR (Ost) monatlich.

Für Dich als Gründer gibt es die Sonderregelung, dass Du im laufenden Jahr der Gründung und im folgenden Kalenderjahr nur den halben Beitrag zahlen musst (§ 345b SGB III).

Unternehmensberatung Bad Kreuznach, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt

 

 

Written by Andreas Herzog
Hallo ich bin Andreas. Ich habe 2007 start!up consulting gegründet, um Existenzgründer auf dem Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen. Dabei bediene ich mich unkonventioneller Methoden, versuche keinen Berater heraushängen zu lassen und bringe Deine Idee zum Erfolg.