Betriebsprüfung – Was muss ich beachten

Betriebsprüfung – Was ist zu beachten?

Seien wir mal ehrlich, niemand hat Bock auf eine Betriebsprüfung oder Außenprüfung. Allein die bloße Ankündigung durch das zuständige Finanzamt treibt des meisten Steuerpflichtigen Schweißperlen auf die Stirn. Damit Du mindestens genauso gut vorbereitet bist wie der Prüfer es ist, haben wir hier die wichtigsten Aspekte einer Betriebsprüfung zusammengetragen:

– Warum denn ausgerechnet jetzt? Wann musst Du mit einer Betriebsprüfung rechnen?

So richtig überraschend kommt eine Betriebsprüfung in der Regel eher selten. Du magst es kaum glauben, aber diese wird nach bestimmten Kriterien festgelegt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Turnusmäßige Veranlassung der Betriebsprüfungen – Es war einfach an der Zeit

Besondere und Auffällige Umstände – dazu gehören zum Beispiel:

  • unverhältnismäßig hohe Einlagen in das vorhandene oder neue Betriebsvermögen im Verhältniss zu einem niedrigen Privatvermögen.
  • Du erwirtschaftest mit Deinem Unternehmen über Jahre keine Gewinne, sondern machst nur Verluste und zahlst keine Steuern…sehr verdächtig.
  • Dein Vermögen nimmt zu, aber Du kannst die entsprechenden Einnahmen nicht nachweisen.
  • Dein Einkommen ist so gering, dass dieses nicht mal die gewöhnlichen Lebenshaltungskosten deckt.
  • Dein exklusiver Lebensstil passt in keinem Verhältniss zu dem zur Verfügung stehenden Einkommen.
  • Dein erwirtschafteter Gewinn passt so gar nicht zu den ermittelten Werten in der Branche.
  • Deine Umsätze schwanken wir ein Dampfer auf hoher See hin und her, nur plausibel kannst Du diese Schwankungen nicht erklären.
  • Du nimmt eine Einlage oder eine Entnahme von Immobilien vor, die in oder aus dem Betriebsvermögen genommen wird.
  • Du hast die Nase voll und schließt den Betrieb oder änderst die bestehende Rechtsform.
  • Du bist ein Schluri, hast keinen Steuerberater und gibst die USt-Voranmeldung, sowie andere Erklärungen ständig zu spät ab.
  • Du wurdest bereits einige Male geprüft und musstest jedes Mal tief in die eigene Tasche greifen und Steuern nachzahlen.

Eine übliche, und daher turnusmäßige Betriebsprüfung (Außenprüfung) hängt dagegen z. B. von der aktuellen Größe und steuerliche Verhältnisse Deines Unternehmens ab. Eine Sonderprüfung unterscheidet sich im Gegensatz zur einen Betriebsprüfung in folgenden Punkten:

  • Nachkontrolle der angemeldeten Umsatzsteuer aus Deiner Buchhaltung
  • Sonderprüfung der Umsatzsteuer
  • Eine Prüfung durch den Sozialversicherungsträger (Sozialversicherungsprüfung)
  • Eine Sonderprüfung im Bereich der Lohnsteuer

Im Gegensatz zu einer Betriebsprüfung wird bei der Sonderprüfung der Zeitraum mehrerer Jahre und auch alle steuerlichen relevanten Daten und Steuerarten überprüft. Eine angeordnete Sonderprüfung (Außenprüfung) hingegen berücksichtigt in der Regel nur einen begrenzten Prüfungszeitraum und meist auch nur eine Steuerart und andere Sachverhalte.

  • Welche Daten stehen dem Betriebsprüfer zur Verfügung?

Du kannst davon ausgehen, dass der Prüfer zu dem Zeitpunkt der Betriebsprüfung bestens vorbereitet ist. Bereits im Vorfeld der Betriebsprüfung hat er sich im Finanzamt Informationen und Daten über Dein Unternehmen oder GmbH und Dich als Steuerpflichtigen beschafft. Aus steuerlicher Sicht stehen dem Betriebsprüfer folgende Quellen zur Verfügung.

  • Einnahme-Überschussrechnungen
  • Jahresabschlüsse
  • Steuererklärungen

Je nach Umfang oder erwartetem Ausgang, gibt es sogar Unterlagen und Daten über Dich die bei anderen Prüfungen gesammelt wurde, auch Infos von anderen Behörden und Vorgängen können unter Umständen zusammengetragen werden.

– Kann ich mich überhaupt auf die Betriebsprüfung vorbereiten?

Ja, kannst Du und solltest Du auch. Überlege Dir im Vorfeld der Betriebsprüfung genau an welcher Stelle Dich der Betriebsprüfer evtl. erwischen kann und such Dir Hilfe. Informiere Dich über Deine Rechte. Ermittle mit Deinem Steuerberater Deine Schwachstellen. Besprich mit diesem daraufhin entsprechende Strategien um gut aus der Prüfung rauszugehen.  Sei Dir im Klaren darüber, dass Dich der Prüfer zwar höflich, aber nicht mit Samthandschuhen anfassen wird.  Gibt es belastendes Material? Aufzeichnungen die Du, oder Mitarbeiter besser nicht abgeheftet hätten? Die Betriebsprüfung findet üblicher weise als Außenprüfung in Deinen  Räumlichkeiten und während Deiner Geschäftszeiten statt. Nach vorheriger Absprache kann die Betriebsprüfung auch bei Deinem Steuerberater durchgeführt werden. Grundsätzlich kann der Betriebsprüfer alle betrieblich genutzten Grundstücke und Räumlichkeiten besichtigen. Des Weiteren bist Du lt. Prüfungsanordnung zur Mitwirkung verpflichtet, (Mitwirkungspflicht) und musst daher alle angeforderten Buchhaltungsunterlagen zur Verfügung stellen.

– Wofür gibt es die Schlussbesprechung?

Die Schlussbesprechung mit dem Prüfer und dem Prüfungsbericht steht am Ende einer jeden erfolgten Prüfung. Hierbei handelt es sich um die Präsentation der Ergebnisse aus der Betriebsprüfung. Welche Konsequenzen diese für Dich, oder Dein Unternehmen haben, hängt auch von Dir oder Deinem Steuerberater ab. So manches Ergebnis wurde im Rahmen der Schlussbesprechung in Teilen noch korrigiert. Somit kannst Du bei entsprechender Vorbereitung drohende Konsequenzen abwenden. Auch hier gilt, setzt Dich mit Deinem Steuerberater zusammen, legt gemeinsam die Strategie und Geschprächsführung fest.  Sollte dies alles nicht helfen und Du siehst Dich im Recht, bleibt Dir als Rechtsmittel selbstverständlich noch der Einspruch.

– Muss ich mit Nachzahlungen rechnen?

Statistisch gesehen leider ja, es sei denn, in Deinem Umfeld haben alle sauber gearbeitet. Was natürlich auch für Dich gilt. Beachte bitte, dass der Prüfer die Besteuerungsgrundlagen sowohl zu Deinen Ungunsten, als auch zu Deinen Gunsten prüfen muss. Dies ist als Rechtsgrundlage in der Abgabenordung (AO) und der Betriebsprüfungsordnung festgehalten.

– Wann muss ich mit strafrechtlichen Folgen rechnen?

Kommt dem Prüfer während der laufenden Betriebsprüfung der Verdacht einer steuerlichen Straftat auf, benachrichtigt dieser die für Dich zuständige Strafgeldstelle und Bußgeldstelle. Die Betriebsprüfung wird daraufhin unterbrochen.

Auch wenn es während der Betriebsprüfung noch kein Verdacht gibt, und auch noch kein Verfahren gegen Dich eingeleitet wurde. Kann es aufgrund der vorliegenden Ergebnisse dazu kommen, dass ein Steuerstrafverfahren gegen Dich eröffnet wird. Ist dies der Fall, solltest Du umgehend zum Telefon greifen und Deinen Steuerberater benachrichtigen, falls diesem die Info nicht schon vorliegt.

– Ist es ratsam eine Selbstanzeige zu erstatten?

Soweit ist es noch lange nicht. Du hast doch nichts zu verstecken? Falls doch, solltest Du Dir bis zu Prüfungsbeginn Gedanken zur dieser Frage machen. Eine Selbstanzeige ist nur dann Sinnvoll wenn der Betriebsprüfer auffällige Unregelmäßigkeiten äußerst leicht erkennt und weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Zudem sei noch erwähnt, dass eine Selbstanzeige lediglich das Strafverfahren verhindert. Der fällige Steuerbetrag muss auf jeden Fall nachbezahlt werden.

KfW-Berater, Unternehmensberatung Mainz, Wiesbaden, Bad Kreuznach und Frankfurt
Unternehmensberatung Bad Kreuznach, Mainz, Wiesbaden und Frankfurt
, , ,
Kontenrahmen – Was ist ein Kontenrahmen?
Rechtliche Stolperfallen im Internet bei Unternehmensgründern

Ähnliche Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die deinen Suchkriterien entsprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü