Crowdfunding als Geschäftsmodell

Crowdfunding als Geschäftsmodell – 55 Geschäftsmodelle erklärt

Crowdfunding – Das Muster

Bei Crowdfunding handelt es sich um einen Neologismus, welcher sich aus den Wörtern „Crowd“ (zu dt. Menschenmenge) und „Funding“ (zu dt. Finanzierung) zusammensetzt. Im Sinn eines Musters ist damit die Auslagerung der Finanzierung eines Projekts an die breite Masse gemeint. Als Grundlage dient eine Ausschreibung, mittels derer man das Projekt potenziellen Geldgebern vorstellt. Die Geldgeber, auch Crowdfunder genannt, sind in der Regel Privatpersonen oder private Gemeinschaften, welche frei darüber entscheiden, welchen Betrag sie in das Projekt einbringen möchten. Für den eingebrachten Geldbetrag handelt man mit dem Projektinitiator eine Gegenleistung in Form einer projektspezifischen Prämie aus, welche zum Beispiel im Erhalt des Produkts selbst, welches im Rahmen des Projekts entwickelt werden soll (z. B. Musik-CD), oder in darüber hinausgehenden Leistungen (z. B. Bonusmaterial) bestehen kann. Die Durchführung des
Projekts kommt dabei nur dann zustande, wenn der ausgeschriebene Mindestbetrag akquiriert wurde, wodurch vermieden werden soll, dass man die Durchführung eines Projekts aufgrund mangelnder Liquidität später einstellen müsste.
Anders als klassische Finanzinvestoren oder Banken sind Crowdfunder häufig nicht an einer Renditemaximierung, sondern an der Durchführung eines Projekts selbst interessiert. Um diesen speziellen Charakter zu gewährleisten, begrenzt man im Rahmen von Projektausschreibungen oftmals den maximal investierbaren Geldbetrag auf eine bestimmte Obergrenze. Dadurch soll der Einflussbereich professioneller Investoren möglichst gering gehalten werden. Für den Projektinitiator bietet Crowdfunding insofern einen Nutzen, als dieser seinen Kapitalgeberkreis ausweiten kann. Hierdurch erhöht sich für ihn die Chance, sein Projekt zu vorteilhaften Konditionen finanzieren zu
können. Zudem kann er die Ausschreibung im Vorfeld als kostenlose Werbung für sein Projekt nutzen, was sich förderlich auf dessen späteren Erfolg auswirken kann.

Crowdfunding – Der Ursprung

Bei dem Geschäftsmodell Crowdfunding handelt es sich um ein sehr altes Muster. So wurden beispielsweise bereits in Zeiten vor Christi Tempel oder andere Bauten durch das öffentliche Sammeln von Geldern finanziert. Mit dem Aufkommen des Internets sowie der Entstehung erster Crowdfunding-Plattformen wurde das Muster auch zunehmend für Unternehmen und Privatleute attraktiv. Die britische Rockband Marillion gilt als ein Beispiel für eine frühe Anwendung von Crowdfunding in der Musikbranche. Marillion konnte 1997 durch eine Internetkampagne seine Konzerttour durch die Vereinigten Staaten finanzieren und setzt seither Crowdfunding auch für die Finanzierung der Produktion und Vermarktung ihrer Musikalben erfolgreich ein.

Crowdfunding – Die Innovatoren

Ein weiteres Beispiel für einen erfolgreichen Crowdfunding-Innovator ist das Startup Pebble Technology. Im Jahr 2009 schrieb das Unternehmen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein Projekt in Höhe von 100 000 US-Dollar aus, um die Produktion seiner gleichnamigen Uhr Pebble finanzieren zu können. Es handelt sich hierbei um
eine Digitaluhr, welche via Bluetooth mit Smartphones kommunizieren kann und so das Entgegennehmen von Anrufen oder das Lesen von SMS oder Mails auf der Uhrendisplay ermöglicht. Die Ausschreibung war so erfolgreich, dass in lediglich zwei Stunden zehn Millionen US-Dollar akquiriert werden konnten.
Ein prominentes Beispiel für Crowdfunding ist des Weiteren das Non-Profit-Unternehmen Diaspora. Mit dem Anbieten eines dezentral organisierten sozialen Netzwerks, hat es sich Diaspora zum Ziel gesetzt den Benutzern, im Gegensatz zu
Facebook, die Kontrolle über die mit dem Netzwerk geteilten Informationen zu geben. Für den zur Entwicklung benötigten Programmierungscode lancierte 2010 Diaspora auf Kickstarter ein Finanzierungsprojekt, bei dem mehr als das 20-Fache des minimal benötigten Betrags erzielt wurde.
Ein Beispiel für ein erfolgreich finanziertes Projekt, welches hingegen gänzlich ohne Crowdfunding-Plattform auskam, stellt die deutsche Produktionsfirma Brainpool mit ihrem Kinofilm „Stromberg – Der Film“ dar. Das Ziel, eine Million Euro zur Finanzierung des Filmprojekts aufzubringen, ist bereits in einer Woche erreicht worden.
Brainpool wollte durch die Vorstellung des Filmprojekts auf der eigenen Homepage lediglich das allgemeine Interesse hierfür testen. Durch die Vorstellung des Filmprojekts konnte man innerhalb kürzester Zeit über 3000 Stromberg-Fans mobilisieren, welche die benötigte Finanzierung zusammentrugen.
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