Due Diligence

Due Diligence – Was ist Due Diligence und wofür setzt man sie ein?

Die Due-Diligence-Prüfung nutzen Unternehmen, um sich abzusichern. Dies geschieht durch Überprüfung der Annahmen und Voraussetzungen der Zusammenarbeit oder eines Angebots und die Identifizierung relevanter Risiken. Es hängt immer von der jeweiligen Situation und vom Risikoausmaß ab, welche Form der Prüfung man anwendet.

Definition Due Diligence

Due Diligence bedeutet wörtlich übersetzt „gebührende Sorgfalt“ oder „sorgfältige Prüfung„. Hierbei wird ein Unternehmen also sorgfältig geprüft und analysiert, vor allem mit Blick auf die wirtschaftlichen, steuerlichen, rechtlichen und finanziellen Verhältnisse. Vorgenommen wird die sorgfältige Prüfung von potenziellen Käufern des entsprechenden Unternehmens.

Ziel Due Diligence

Aber warum wird eine solch aufwändige Prüfung überhaupt vorgenommen? Ganz einfach: Potenzielle Käufer wollen sich verständlicherweise, wie bereits oben schon beschrieben, absichern. Die Annahmen und Voraussetzungen müssen stimmen und die möglichen Risiken müssen sichtbar und zu bewältigen sein. Mögliche Risiken könnten hier beispielsweise Steuernachforderungen oder verzwickte Kundenbeziehungen sein.

Ablauf und Formen Due Diligence

Da es eine bunte Palette verschiedenster Unternehmen gibt, sind die jeweiligen Prüfverfahren auch entsprechend unterschiedlich. Die Prüfung einer kleinen Gärtnerei mit zwei Angestellten kann in zwei Tagen erledigt sein, bei einem multinationalen Konzern mit unterschiedlichen länderspezifischen Rechtsordnungen gehen hierbei mehrere Wochen ins Land.

Die Unternehmensprüfungen werden je nach Form und Schwerpunkt immer von jeweiligen Spezialisten auf Käuferseite durchgeführt, so zum Beispiel von Unternehmensberatern, Ingenieuren, Technologie-Experten oder auch Rechtsanwälten.

Je komplexer das Unternehmen ist, desto mehr Zeit und Aufwand benötigt die Due Diligence.

Je komplexer das Unternehmen ist, desto mehr Zeit und Aufwand benötigt die sorgfältige Prüfung.

Es folgt eine Auswahl der wichtigsten Formen:

Financial Due Diligence

Die Financial Due Diligence hilft dabei, die Finanzlage des im Fokus stehenden Unternehmens zu beurteilen. Hier analysiert man finanzielle Aussichten und auch Risiken des Unternehmens.

Man erfasst unterschiedliche Daten, damit man eine zukünftige Entwicklung mit Blick auf Erfolge erfassen kann. Hierzu gehören unter anderem:

  • Überprüfung von internem und externem Rechnungswesen,
  • Überprüfung des Controllings,
  • Ermittlung denkbarer Erträge,
  • kritische Untersuchung der Planrechnungen für den Verlauf des Unternehmens,
  • Feststellung potenzieller Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Kapitalstrukturen sowie Finanzierungsmöglichkeiten und -kosten,
  • Erstellung einer Szenarioanalyse zur Ableitung möglicher Entwicklungen
  • Anstellung und Auswertung verschiedenster Rechnungen (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Cashflow-Rechnung),
  • Ermittlung und Analyse der Kennzahlen EBIT und EBITDA (Beschäftigung mit dem Gewinn des Unternehmens), sowie der Kennzahl des Working Capital (Netto-Umlaufvermögen, also Liquidität und Finanzierungsbedarf).

Commercial Due Diligence

Meist Hand in Hand mit der Financial Due Diligence geht die Commercial Due Diligence. Hier handelt es sich vordergründig um Markt, Wettbewerb und Kunden.

Experten betrachten hier folgendes:

  • Geschäftsplan,
  • Marktumfeld und Anteile im bestehenden Markt,
  • Wachstum und Wettbewerbssituation,
  • zukünftige Positionierung,
  • Kundenstruktur und Kundenverhalten,
  • SWOT-Analyse.
Je komplexer das Unternehmen ist, desto mehr Zeit und Aufwand benötigt die Due Diligence.

Wichtig bei der Commercial Due Diligence ist die SWOT-Analyse.

Hierdurch positioniert und analysiert man das Unternehmen und dessen Aktivitäten gegenüber dem Wettbewerb.

Bei der Durchführung einer Legal Due Diligence klärt man alle rechtlichen Fragen. Ebenso alle denkbaren Aussichten und Risiken. Im Vordergrund stehen folgende Aktivitäten:

  • Klärung der Eigentumsverhältnisse innerhalb des Unternehmens,
  • Prüfung der Handelsregistereintragung,
  • Untersuchung der Gesellschaftsunterlagen und -verträge inklusive aller abgeschlossener Verträge sowie arbeits-, dienst- oder kartellrechtlicher Angelegenheiten,
  • Untersuchung auf eventuell laufende oder bevorstehende Rechtsstreitigkeiten und behördliche Verfahren,
  • Aufzeichnung möglicher Lösungen für die beleuchteten Risiken.

Tax Due Diligence

Bei der Tax Due Diligence handelt es sich um die Prüfung aller steuerlicher Aspekte mit Blick auf die Risiken und Chancen. Hierzu zählt man auch Verpflichtungen dem Staat gegenüber, bspw. ausstehende Steuerzahlungen. Weiter überprüft man auch die Bilanzpolitik, also ob für alle Eventualitäten vorgesorgt ist.

Technical Due Diligence

Die Technical Due Diligence findet ihren Einsatz meist bei Immobilien. Hier geht es dann um die Untersuchung des baulichen und technischen Zustands des Gebäudes.

Ebenso kommt sie jedoch auch bei Startups und Unternehmen im Technologiebereich zum Tragen.

Hierbei werden folgende Aspekte überprüft:

  • Klärung von Patenten und Lizenzen für die Technologien, die zum Unternehmen gehören,
  • Prüfung des Standes und des Ablaufs der Technologie sowie Effektivität und Effizienz für kommende Jahre,
  • Betrachtung der Anpassungsfähigkeit des Unternehmens an andere Prozesse sowie Modernisierungsmöglichkeiten,
  • Betrachtung der technischen und kommerziellen Wettbewerbsfähigkeit,
  • Einschätzung der Höhe des Investitionsbedarfs in die Technologie.

Personal / Management Due Diligence

Wie bereits der Name vermuten lässt, überprüft man hierbei das Personal und vor allem die Geschäftsführung bzw. ggf. die Gründer des Unternehmens.

Bei der Management Due Diligence wird die Qualität des Managements überprüft. Hierzu werden Lebensläufe kritisch und genauestens durchleuchtet, besonders im Fokus steht hier die jeweilige Ausbildung sowie Erfahrungen und Empfehlungen von ehemaligen Kollegen sowie Arbeitgebern. Es geht darum, einen Eindruck der Personen zu erhalten, die im Unternehmen handeln und entscheiden, und achtet dementsprechend auch auf die Aufstellung des Teams und der Mitarbeit untereinander.

Exit-Due Diligence

Die Exit-Due Diligence wird im Bereich des Wagniskapitals eingesetzt, wo der Exit eines Unternehmens (der Verkauf) besonders wichtig ist.

Hierbei werden folgende Punkte geprüft:

  • Prüfungen der Möglichkeiten des Exits,
  • Prüfung der Bedingungen eines Exits,
  • Untersuchung der Gesellschafterstruktur.
Je komplexer das Unternehmen ist, desto mehr Zeit und Aufwand benötigt die Due Diligence.

Die Zusammensetzung der Gesellschafter hat einen maßgebenden Einfluss auf mögliche Exit-Kanäle.

Die Risikobewertung

Mit der sorgfältigen Prüfung will man finanzielle Verluste sowie rechtliche Konsequenzen verhindern. Aber was sind denn bspw. mögliche Risiken?

  • Rufschädigung: Mit Korruption oder anderweitigen kriminellen Aspekten verknüpfte Unternehmen verlieren das Vertrauen ihrer Kunden sowie Geschäftspartner. Wenn bekannt werden sollte, dass man mit straffälligen oder unlauteren Partnern zusammenarbeitet, schadet das dem Ruf ebenso.
  • Wirtschaftliches Risiko beim Kauf: Vor dem Kauf eines Unternehmens oder Unternehmenszusammenschlüssen muss man zunächst einen angemessenen Kaufpreis ermitteln. Wichtige Informationen über die Qualität liefern hier jeweilige Stärken und Schwächen. Fehlerhafte Einschätzungen können dazu führen, dass man mehr investiert als nötig. Ebenso kann es zu einem finanziellen Risiko kommen, wenn der zukünftige Partner sich nicht an gesetzliche Standards hält und diese Information später erst bekannt wird.
  • Finanzielles Risiko bei bestehenden Geschäftsbeziehungen: Nicht nur bei Neuerwerb, sondern auch bei bestehenden geschäftlichen Beziehungen können Risiken entstehen. So zum Beispiel, wenn die Geschäftspartner mit illegalen Mitteln agieren. Sobald dein Unternehmen von den Straftaten der Partner profitiert (egal ob wissentlich oder nicht), müssen erhebliche Strafzahlungen geleistet werden.
  • Rechtliche Folgen: Das deutsche Recht besagt, dass bei Korruptions- und Geldwäschefällen alle diejenigen haften, die wirtschaftlich berechtigt sind. Das heißt, wenn du vor der Übernahme eines Unternehmens keine sorgfältige Prüfung vornimmst, kann es zu unerfreulichen Überraschungen kommen, sollte es in der Vergangenheit bspw. Verstöße gegen das Handelsgesetzbuch gegeben haben.

Vor- und Nachteile Due Diligence

VorteileNachteile
Nachvollziehbarer Prozess dank Checklisten und FragebögenZu allgemeine Checklisten für spezielle Formen decken möglicherweise nicht alles ab
Schnelle und gründliche Aufdeckung von Risiken mithilfe spezialisierter BeraterBei internationalen Aufträgen gibt es oft eine erfolgsorientierte Vergütung. Das heißt wenn kein Kauf zustande kommt, ist das Honorar entsprechend klein.
Das deutsche Recht untersagt diese Praxis jedoch weitgehend.
Verkäufer zeigen möglicherweise ungern ihre Schwächen und verschweigen somit eventuell einige Risikofelder. Es kann zu Fehleinschätzungen kommen, welche Spezialisten der Käufer zu Rate ziehen muss.
Die Vor- und Nachteile der Due Diligence
Pitch Deck – Was du über das perfekte Pitch Deck wissen musst
Unternehmensformen – Was du bei der Auswahl beachten solltest

Ähnliche Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die deinen Suchkriterien entsprechen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü