E-Commerce als Geschäftsmodell – 55 Geschäftsmodelle erklärt

Der Wachstumsmarkt E-Commerce bietet Gründer:innen interessante Möglichkeiten (Stichwort Onlineshop). Das klingt erst einmal total einfach, oder? Aber wie funktioniert E-Commerce denn eigentlich genau? Wüsstest du aus dem Stegreif, welches Zahlungsverfahren das richtige für dich wäre? Und wie findet man eigentlich Kund:innen für den Onlineshop?

Definition: Was ist E-Commerce?

E-Commerce ist die Kurzfassung von Electronic Commerce (auf Deutsch: Elektronischer Handel) und beschreibt den kompletten Handelsverkehr im Internet. Unter anderem fällt hierunter der Kauf und Verkauf von Waren im Internet. Aber nicht nur Onlineshopping fällt unter den Begriff E-Commerce, sondern auch einige weitere Bereiche des E-Business, wie zum Beispiel Kundenservice oder Online-Banking. Aber im Großen und Ganzen nutzt man den Begriff E-Commerce letztlich doch eher nur für Online-Shopping.

E-Commerce – Der komplette Handelsverkehr im Internet @start!up consulting

Die verschiedenen Arten des E-Commerce

Anhand der Teilnehmenden kann (und muss) man den E-Commerce in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Business to Business (B2B): Beide Teilnehmende sind Unternehmen.

Beispiel: Für die Produktion werden Rohstoffe online eingekauft.

  • Business to Customer (B2C): Verkäufer:in ist ein Unternehmen, Käufer:in ist Privatkund:in.

Beispiel: „Klassischer Einkauf auf Marktplätzen wie bspw. Amazon oder in Onlineshops.

  • Business to Administration (B2A): Verkäufer:in ist ein Unternehmen, Käufer:in ist eine öffentliche bzw. staatliche Einrichtung.

Beispiel: Eine öffentliche elektronische Ausschreibung (digitale Angebotsabgabe durch den:die Anbieter:in).

  • Consumer to Consumer (C2C): Beide Teilnehmende sind Privatkund:innen (Endverbraucher:innen).

Beispiel: Artikelverkauf über Online-Kleinanzeigen oder Auktionen.

Modelle des E-Commerce: Onlineshop und Marktplatz

Wie bereits anfangs erwähnt, setzen die meisten Leute den Begriff E-Commerce gleich mit dem Verkauf von Produkten über einen Onlineshop. Aber es gibt auch noch ein anderes Modell des Onlineverkaufs, nämlich das des Marktplatz-Modells: Willst du dich als Gründer:in zum Beispiel nicht auseinandersetzen mit der teils komplexen Technik von Onlineshops, können Marktplätze wie Amazon oder eBay eine tolle Alternative sein. Hierüber bieten zahlreiche Händler:innen ihre Produkte an, die Plattformen selbst schließlich bemühen sich um einen reibungslosen Ablauf. Als gewerbliche:r Händler:in kannst du auf diesen Marktplätzen deine Produkte in das bereits bewährte System einpflegen und damit Kund:innen rund um die Welt erreichen.

Hast du nun vor, im Bereich E-Commerce zu gründen, solltest du dir also überlegen: Eigener Onlineshop oder Marktplatz?

Eigener Onlineshop:

Der eigene Onlineshop bietet dir als Gründer:in viel Flexibilität. Dafür kommt aber auch ein gewisser zeitlicher und/oder finanzieller Aufwand auf dich zu, den du anfangs in den Aufbau und später auch in den Betrieb des Shops investieren musst.

Vorteil: Du bist und bleibst dein:e eigene:r Chef:in und die gesamte Abwicklung liegt in deinen Händen. Und Verkaufsgebühren an Dritte sparst du dir ebenfalls.

Marktplatz:

Zusammengenommen haben Amazon und eBay beim E-Commerce 66 % Marktanteil. Die Konkurrenten kommen über 2 % nicht hinaus. Das heißt schließlich, dass du beim Verkauf über Amazon oder eBay von einem riesigen Kundenstamm profitieren und theoretisch ab dem ersten Tag bereits Umsatz generieren könntest. Allerdings verdienen die Betreiber des Marktplatzes bei jedem Verkauf mit und treffen die grundlegenden Entscheidungen über die Verkaufskonditionen.

Beide Modelle haben demgemäß Vor- und Nachteile. Daher empfiehlt es sich oftmals, die Modelle zu kombinieren, also sowohl einen eigenen Onlineshop zu betreiben als auch über Marktplätze zu verkaufen. Die Kund:innen findest du über die etablierten Marktplätze schneller, aber das meiste Geld wirst du wahrscheinlich langfristig über deinen eigenen Shop machen. Bis du deinen eigenen Onlineshop richtig erfolgreich betreibst, können aber Jahre vergehen. Auf den Marktplätzen hingegen kannst du sofort loslegen. Das setzt natürlich voraus, dass du ein Produkt hast, nach welchem die Leute auch suchen. Deine Produkte kannst du dafür aber auch recht unkompliziert und ohne großen Aufwand über den Marktplatz testen.

E-Commerce: Onlineshop oder Marktplatz?
E-Commerce – Über den eigenen Onlineshop verkaufen oder Marktplatz nutzen? @start!up consulting

E-Commerce als Unterstützung des stationären Einzelhandels

Lange hat der stationäre Einzelhandel unter dem E-Commerce leiden müssen. Und das, obwohl der E-Commerce anfangs nur als kurzfristiger Trend belächelt wurde. Aber schnell wurde er aufgrund seiner schnell wachsenden Marktanteile von Händler:innen verteufelt. Aber mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden: Wo vorher Konkurrenzdruck herrschte, sieht und nutzt man heute Chancen. Unter dem Begriff „Multichannel“ findet man klassische Vertreter des Einzelhandels nicht mehr nur stationär, sondern eben auch via E-Commerce.

Die Händler:innen nutzen hier unterschiedliche Formen des Multichannel-Vertriebs. Manche fahren zum Beispiel zweigleisig, das heißt sie bieten ihre Waren sowohl on- als auch offline an und stellen ihre Waren somit preislich und logistisch getrennt zur Verfügung. Aber mittlerweile konnte man feststellen, dass es wirtschaftlich am effektivsten ist, wenn man E-Commerce und stationären eng miteinander verbindet. So lassen sich schließlich die jeweiligen Vorteile am besten miteinander kombinieren. Zum Beispiel: Online bestellen und im Laden abholen. So lassen sich bspw. auch Kund:innen durch besondere Angebote, die sie online erreichen, in den stationären Handel locken.

E-Commerce und Online-Bezahlsysteme

Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass der Erfolg im E-Commerce maßgeblich von der Wahl der Bezahlverfahren abhängt: Bietest du nicht das Bezahlverfahren an, welches deine Nutzer:innen bevorzugen, kommt es oftmals nicht zum Kauf. Aber was sind denn in Deutschland die beliebtesten Online-Bezahlsysteme?

  • Digitale Bezahlsysteme z.B. PayPal, GiroPay) machten 2021gut 40% aus (Wachstum von 2019 bis 2021 fast 4%);
  • Die Überweisung per Kreditkarte wurde unbeliebter. Dieser Bezahlweg machte 2021 nur noch 16% aus.
  • Auch die Lastschriftverfahren verlieren weiter an Beliebtheit. Die Bezahlung via Bankeinzug machte 2021 nur noch 19,5% aus.

Marketing im E-Commerce

Ein Onlineshop allein macht dich noch nicht automatisch reich, denn der Wettbewerb ist riesig. Große Umsätze sind nur dann möglich, wenn eine gute Basis besteht, also entsprechend viele Nutzer:innen überhaupt zu deinem Shop finden. Und wie lockst du die Nutzer:innen also in deinen Onlineshop? Richtig, via Online-Marketing.

Das sind die wichtigsten Maßnahmen in Sachen Online-Marketing:

  • Suchmaschinenmarketing (SEM): Unterteilt in Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA):
    • Suchmaschinenoptmimierung (SEO): Hier geht es darum, deine Website so zu gestalten, dass sie in Google und Co besser gefunden wird. Ziel ist schließlich ein möglichst hohes Ranking.
    • Suchmaschinenwerbung (SEA): Das Schalten von Werbung in Form von Anzeigen in Suchergebnisseiten bei Google und Co. Diese Anzeigen sind an bestimmte Keywords gekoppelt und werden bei Eingabe dieser Keywords dann ausgespielt.
  • Affiliate-Marketing: Partnerschaftliche Zusammenarbeit von Verkäufer:in und Websitebetreiber:in im Internet. Als Websitebetreiber:in stellst du dem Unternehmen eine Werbemöglichkeit auf deiner Seite zur Verfügung, das Unternehmen füllt diese dann mit seinen Inhalten, um die Zielgruppe anzusprechen. Im Gegenzug erhältst du dann eine Provision.
  • E-Mail-Marketing: Gehört zum Bereich des Direkt-Marketings und basiert auf der Versendung digitaler Nachrichten. Man setzt E-Mail-Marketing ein, um die Aufmerksamkeit der Kund:innen auf Angebote oder neue Produkte / Dienstleistungen zu lenken. Dies kann die Kundenbindung stärken.
  • Social Media-Marketing: Nutzung sozialer Netzwerke zu Marketingzwecken. Hier können Unternehmen mit ihren Zielgruppen und Kund:innen interagieren.
  • Display Advertising: Alle Arten von Online-Werbung unter Verwendung grafischer Werbemittel (Bilder, Videos, Animationen). Bekannteste Form: Banner-Werbung.

E-Commerce: Rechtliche Bestimmungen

Rechtliche BestimmungWas bedeutet das?
AnbieterkennzeichnungJeder Onlineshop muss ein Impressum aufweisen, das rechtlich einwandfrei ist und alle Pflichtangaben macht.
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)Zwar ist es per Gesetz nicht zwingend notwendig, allerdings ist die Erstellung von AGB für den Onlineshop trotzdem sinnvoll. Hier kannst du Regelungen zu Vertragsschluss, Zahlungen usw. festlegen. Als Verkäufer:in musst du sichergehen, dass der:die Kund:in die AGB vor Kaufabschluss gelesen hat.
Widerrufsrecht und WiderrufsbelehrungVerbraucher:innen haben eine 14-tägige Widerrufsfrist (§ 355 BGB). Das heißt, innerhalb dieser Frist kann der Kauf widerrufen werden. Als Verkäufer:in musst du die Widerrufsbelehrung auf deiner Seite platzieren und vor dem Kaufabschluss eine Bestätigung einholen, dass dein:e Kund:in sie gelesen hat.
Datenschutz und DatenschutzerklärungEine vollständige Datenschutzerklärung ist ein Muss für jeden Onlineshop. Betreibende müssen auch für die entsprechende Umsetzung der Datenschutzmaßnahmen sorgen.
ButtonlösungButtons, deren Betätigung einen Kaufvorgang darstellen, müssen von der Textformulierung her rechtlichen Anforderungen entsprechen. So zum Beispiel „Kaufen“ oder „Kostenpflichtig bestellen“.
Preisangaben und VersandkostenDie Preisangabe muss immer vollständig und korrekt sein. Das heißt zum Beispiel, dass die Angaben von Umsatzsteuer und Versandkosten immer Pflicht sind.
LieferzeitenDie Waren müssen sofort verfügbar sowie binnen weniger Tage lieferbar sein. Kannst du deine Waren nicht innerhalb fünf Tagen liefern, musst du auf eine längere Lieferzeit hinweisen.
Ausverkaufte ProdukteEs ist verboten, ausverkaufte Waren anzubieten ohne einen Hinweis. Dies ist nämlich rechtlich irreführend und wird als Lockvogelangebot bezeichnet. Hierbei handelt es sich um einen Wettbewerbsverstoß.
VerpackungsgesetzWenn du Waren versendest, musst du diese auch verpacken. So will es das Verpackungsgesetz.
LieferschwellenLieferst du Ware ins Ausland? Dann musst du unbedingt ein Auge auf Lieferschwellen pro Land haben, um die Umsatzsteuer korrekt deklarieren zu können.
NewsletterFür die Anmeldung zu deinem Newsletter musst du das Double-Opt-In-Verfahren anbieten. Dein Newsletter selbst muss ein Impressum sowie einen Single-Opt-In-Button beinhalten
Rechtliche Bestimmungen im E-Commerce

Vorteile und Nachteile des E-Commerce

VorteileNachteile
Schnelligkeit: Kaufprozesse kann man verzögerungsfrei tätigen und abwickeln; die Ware trifft zeitnah ein.Aufwändige Implementierung eines Onlineshops
Keine Bindung an Öffnungszeiten des Einzelhandels.Werbung verursacht Aufwand und Kosten
Bequemlichkeit: Kund:innen können von jedem Ort aus stöbern, aussuchen und bezahlen.Aufwändige Umsetzung von Zahlungs- und Datensicherheit
Räumliche Distanzen sind egalKonkurrenzdruck: Hoher Wettbewerb sowie Preisdruck
Viele Onlineshops versprechen 24-Stunden-Service = schnelle ReaktionszeitenPersönliche Kundenansprache sowie persönliche Beratung fehlt
Preis- und Produktvergleiche sind einfacher als im stationären HandelLadensterben
Hohe Kundenzufriedenheit durch optimale Erfüllung von Kundenbedürfnissen
Effizienz: Onlineshopping bietet nicht nur schnellere Verkaufsprozesse, sondern verringert dabei auch Personalkosten
Geringe Transaktionskosten: Lagerbestand und Geldfluss werden automatisch durch Shop-, Kassen- und Warenbestandssysteme überwacht.
Die Vor- und Nachteile des E-Commerce

E-Commerce – Unser Fazit

Der Bereich E-Commerce wird wahrscheinlich weiterhin einen enormen Wachstumsschub vor sich haben – nicht zuletzt wegen der zunehmenden Digitalisierung sowie der digitalen Wirtschaft. Klar ist aber auch, dass der stationäre Einzelhandel nicht einfach komplett verschwinden wird. Es werden stetig neue Technologien entwickelt, die auch vor dem E-Commerce nicht Halt machen. Also warum dies nicht als Chance nutzen, im E-Commerce neue Wege zu gehen? Es ist nur immer wichtig, immer auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, um weitere Potenziale zu erkennen und sich entsprechend gut für die Zukunft aufzustellen.

Wie können wir helfen?

Willst du auch im Bereich E-Commerce mit einer Existenzgründung Fuß fassen? Dann solltest du auf jeden Fall dein Geschäftsmodell gut durchdenken mit allem, was dazugehört. Melde dich gern zum kostenfreien Erstgespräch an, gemeinsam finden wir heraus, ob und wie wir dich auf dem Weg zu deinem Ziel unterstützen können.

Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!

Dein Team von start!up consulting

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Zielgruppen definieren – Darum solltest du dich festlegen

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