Franchise als Geschäftsmodell

Franchise als Geschäftsmodell – 55 Geschäftsmodelle erklärt

Franchise – Das Muster

Das Geschäftsmodell Franchising bezeichnet eine Kooperation, bei der ein sogenannter Franchise-Geber einem Franchise-Nehmer die kommerzielle Nutzung seines Geschäftskonzepts für ein Entgelt überlässt. Das Ziel dieses Musters aus Sicht des Franchise-Gebers besteht darin, eine rasche geografische Expansion seines Geschäftskonzepts voranzutreiben, ohne selber hierfür die notwendigen Ressourcen aufbringen bzw. das volle wirtschaftliche Risiko tragen zu müssen. Beides entfällt auf den Franchise-Nehmer, welcher im Rahmen des Franchising als selbstständiger Unternehmer agiert und hierdurch einen Großteil aller Transaktionen auf eigene Rechnung übernimmt. Die Vorteile für den Franchise-Nehmer bestehen darin, dass er ein wirtschaftlich erprobtes Format mit all seinen Leistungs- und Differenzierungsmerkmalen (z. B. Produkte, Markenrechte, Ausstattung, Arbeitsabläufe) nutzen kann.
Im Vergleich zu der Situation, wo er selbst ein gänzlich neues Geschäftskonzept entwickeln müsste, kann er so sein unternehmerisches Risiko reduzieren. Des Weiteren profitiert er auch von der Zusammenarbeit mit dem Franchise-Geber, welcher das Geschäftskonzept nach außen vermarktet und seine Expertise an seine Franchise-Nehmer weitergibt (z. B. in Form von Weiterbildungsmaßnahmen, Prozesserfahrung, Marken-Spill-over). Im Idealfall führt Franchising zu einem beiderseitigen Erfolg, bei dem der Franchise-Geber von einer schnellen Marktexpansion seines Konzepts profitiert und der Franchise-Nehmer an seinem wirtschaftlichen Erfolg partizipiert.
Franchising

Franchise – Der Ursprung

Franchising wurde ursprünglich im mittelalterlichen Frankreich entwickelt. Dort wurde dieses Muster in erster Linie von Königen genutzt, um Dritten Privilegien für die Herstellung bestimmter staatlicher Produkte zu verschaffen. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung wurde Franchising dann zunehmend auch in der Privatwirtschaft populär. Im Jahr 1860 gestattete es beispielsweise der Nähmaschinenhersteller Singer Sewing Machines fahrenden Händlern, seine Nähmaschinen auf eigene Rechnung zu vertreiben. Im weiteren Verlauf wurde Franchising
schließlich auf ganze Geschäftskonzepte ausgeweitet.
Ein Pionier in diesem Zusammenhang ist die Fast-Food -Restaurantkette McDonald’s, deren Selbstbedienungsrestaurantkonzept durch Franchising weltweite Berühmtheit erlangte. Eine Schlüsselrolle bei dieser Erfolgsgeschichte hatte der Handelsvertreter Ray Kroc, welcher Mitte der 1950er-Jahre den McDonald’s-Brüdern, Richard und Maurice McDonald, eine USA-weite Expansion ihres Restaurants vorschlug. Die Brüder waren einverstanden, woraufhin Ray Kroc in den Folgejahren eine Reihe von Franchise-Nehmern rekrutierte. Das Geschäft lief so gut, dass Kroc den McDonald’s-Brüdern im Jahr 1961 schließlich die Rechte an der Marke McDonald’s für 2,7 Millionen US-Dollar abkaufte. Kroc gelang es, McDonald’s zur weltweit größten Restaurantkette auszubauen und hierdurch zu einem der reichsten Männer der USA aufzusteigen.

Franchise – Die Innovatoren

Franchising ist in der Gastronomiebranche mittlerweile weit verbreitet und wird von einer Reihe bekannter Restaurantketten wie Subway, Pizza Hut oder Kentucky Fried Chicken genutzt. Darüber hinaus findet Franchising zwischenzeitlich auch in anderen Bereichen seine Verbreitung. Eines der ersten Unternehmen, welches Franchising auf die Hotelbranche übertrug, ist die 1993 gegründete US-amerikanische Hotelkette Marriott International. Durch das Franchising-Konzept gelang es Marriott International, sich in über 69 Ländern erfolgreich zu etablieren und zu einer der größten Hotelketten der Welt aufzusteigen. Die Kunden von Marriott profitieren von dem Franchising-Konzept insofern, als dass sie weltweit in den Hotels von Marriott nahezu identischen Standards begegnen und sich damit die Hotelübernachtung für sie als eine sichere Wahl erweist.
Ein weiteres erfolgreiches Beispiel für Franchising ist die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks. Das Unternehmen verfügt über mehr als 20 000 Kaffeehäuser in über 60 Ländern. Durch
Franchising ist es Starbucks gelungen, das Erfolgskonzept der Kaffeehauskette weltweit zu multiplizieren. Dabei werden die Franchise-Nehmer intensiv geschult, damit sie die global geltenden Standards im lokalen Geschäft implementieren können. Darüber hinaus versorgt Starbucks seine Franchise-Nehmer mit den dafür notwendigen Ressourcen wie zum Beispiel dem passenden Interieur sowie passenden Speisen und Getränken.
Im Tierbedarfshandel hat sich das 1990 gegründete deutsche Unternehmen Fressnapf mit dem Franchising-Konzept erfolgreich etablieren können. Fressnapf ist es durch das Franchising und starke Corporate Identity gelungen, zum größten Tierbedarfshändler in Europa aufzusteigen.
Ein weiteres Franchising-basiertes Geschäftsmodell stellt das international tätige Einzelhandelsunternehmen 7-Eleven dar. Das Unternehmen ist durch Franchise-Nehmer in über 16 Ländern vertreten. Mit über 36 000 Filialen in Asien sowie 9000 Filialen in Nordamerika prägen die 7-Eleven-Läden heute das Stadtbild der weltweit größten Metropolen.
, ,
Kundenakquise – Wir zeigen Dir, wie Du neue Kunden gewinnst
GbR gründen – Gesellschaft bürgerlichen Rechts verständlich erklärt

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü