Geminkosten - indirekte Kosten

Gemeinkosten – So findest du sie und erfasst sie richtig

Bei der Erstellung eines Businessplans können können dir durchaus einige Begriffe begegnen, die dir vielleicht nicht ganz so geläufig sind. Einer davon ist „Gemeinkosten“; was hat es damit auf sich?

Das Wichtigste in Kürze

Definition: Was sind Gemeinkosten?

Gemeinkosten ist ein Begriff aus der Kostenrechnung, also dem internen Rechnungswesen eines Unternehmens. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass man sie nicht direkt einem Kostenträger (Beispiel: ein marktfähiges Produkt oder eine Dienstleistung) zurechnen kann, da sie indirekt entstehen.

Um die Gemeinkosten den einzelnen Produkten zurechnen zu können, verwendet man außerdem einen sogenannten Verrechnungsschlüssel. Diese Kosten und der entsprechende Verrechnungsschlüssel sind schließlich auch ein Bestandteil der Finanzplanung im Businessplan.

Synonyme sind „indirect costs“, „overheads“ oder „indirekte Kosten“.

Gemeinkosten - Kostenträger

Kostenträger kann beispielsweise ein marktreifes Produkt oder eine Dienstleistung sein.

Verfahren der Gemeinkostenrechnung

Weil man Gemeinkosten nicht direkt einem Produkt zurechnen kann, nutzt man in der Kostenrechnung verschiedene vorgelagerte Rechnungsverfahren , um Kosten zu sammeln und zuzuteilen. Das heißt folgende Verfahren können hierfür in Frage kommen:
  • prozentuale Zuschlagskalkulation,
  • Ermittlung von Verrechnungssätzen für einzelne Anlagen / Kostenstellen (Betriebsabrechnungsbogen),
  • Prozesskostenrechnung.

Die Gemeinkosten im Businessplan

Wie bereits erwähnt, ist die Planung der Gemeinkosten außerdem ein Bestandteil der Finanzplanung im Businessplan.

Im Folgenden geben wir dir einen Überblick, welche Positionen in die Gemeinkostenplanung gehören. Eine gute Möglichkeit zur Überprüfung, ob du auch an alle Gruppen gedacht hast, ist der Kontenrahmen für deine Branche. Im Zweifelsfall kannst du (d)eine*n Steuerberater*in danach fragen.

Folgende Posten musst du in der Planung der indirekten Kosten also berücksichtigen:

  • Miete/Pacht,
  • Bürobedarf,
  • Porto,
  • Telekommunikation,
  • IT,
  • Reisekosten,
  • Steuer- und Rechtsberatung,
  • Schutzrechte,
  • Kfz-Unterhalt,
  • Versicherungen,
  • Beiträge,
  • Recruiting,
  • Zinsen gegebenenfalls für Fremdkapital etc.

Aber beachte: Bei einer Neugründung können andere oder zusätzliche Kosten als bei einem bestehenden Unternehmen entstehen. So zum Beispiel:

  • Gründungsberater*in, Notar*in,
  • Anmeldungen und Genehmigungen,
  • Marktforschungsausgaben, Firmenlogo, Markteinführungsausgaben,
  • Umbau bzw. Renovierung der Gewerberäume wie auch Geschäftsausstattung.
Gemeinkosten erkennen und richtig zuordnen ist gar nicht so schwer
Wer einmal weiß, was Gemeinkosten sind, kann diese dann immer ganz einfach finden und zuordnen.

Beispiele Gemeinkosten

In einem Unternehmen kommen unterschiedliche Gemeinkosten auf, die man grundsätzlich in vier Kategorien einteilen kann:
  • Materialgemeinkosten,
  • Fertigungsgemeinkosten,
  • Verwaltungsgemeinkosten,
  • Vertriebsgemeinkosten.

Materialgemeinkosten (MGK)

In der Produktion gibt es Materialien, welche man danach den einzelnen Produkten nicht genau zuordnen kann. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man damit mehrere unterschiedliche Produkte bearbeitet.

Ein typisches Beispiel für Materialgemeinkosten sind demgemäß Sägeblätter oder Schleifscheiben.

Fertigungsgemeinkosten (FGK)

Diese Kategorie gilt allen (nicht direkt zurechenbaren) Gemeinkosten, die des weiteren irgendetwas mit der Produktion zu tun haben.

Beispiele:

  • Lohn- und Lohnnebenkosten der Mitarbeiter*innen in der Produktion,
  • Abschreibungskosten der Fertigungsmaschinen,
  • Stromkosten für Hallenbeleuchtung,
  • etc.

Verwaltungsgemeinkosten

Diese Art von Gemeinkosten umfasst alle Kosten der Verwaltung.

Beispiele:

  • Lohn- und Lohnnebenkosten für Verwaltungsmitarbeiter*innen,
  • Geschäftsführung,
  • Buchhaltung,
  • Verbrauchsmaterialien,
  • Gebäudemiete.

Vertriebsgemeinkosten

Sowohl die Kosten für die Vertriebsmitarbeiter*innen als auch alle anderen Kosten, welche für den Produktvertrieb entstehen, behandelt man als Vertriebsgemeinkosten. Aber nur dann, wenn man sie nicht einem Produkt direkt zuordnen kann.

Echte/unechte Gemeinkosten

Abgesehen davon kann man Gemeinkosten grob in zwei Kategorien einteilen: Echte und unechte Gemeinkosten.

Echte Gemeinkosten

Echte Gemeinkosten sind diejenigen, welche man einem Kostenträger nicht direkt zuordnen kann, weil es keinen direkten Zusammenhang gibt. Ein Beispiel hierfür: Das Gehalt eines/einer Buchhalter*in in einem Betrieb, der Fahrräder herstellt. Weil der/die Buchhalter*in in keinem direkten Zusammenhang mit dem Produkt, also dem Fahrrad, steht, kann man die Kosten für den/die Buchhalter*in nicht direkt auf den Kostenträger Fahrrad zurechnen. Darum handelt es sich hierbei um echte Gemeinkosten.

Unechte Gemeinkosten

Unechte Gemeinkosten liegen dann vor, wenn man die Kosten theoretisch einem Kostenträger zuordnen könnte, also in unserem Beispiel dem Fahrrad, dies jedoch zu viel Aufwand bedeuten würde.

Man könnte zum Beispiel die schrauben, die für die Herstellung des Fahrrads gebraucht werden, penibel abzählen und dementsprechend die Kosten zuteilen, das wäre allerdings zu viel Aufwand und wird in der PRaxis so nciht gehandhabt. Also handelt es sich bei diesen Kosten um unechte Gemeinkosten.

Wie können wir helfen?

Die Finanzplanung für deinen Businessplan bereitet dir Kopfzerbrechen? Melde dich gerne zum kostenfreien Erstgespräch an, dann finden wir gemeinsam heraus ob und wie wir dir helfen können.

Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!

Dein Team von start!up consulting

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