Starke Gründerinnen

Gründerinnen – Selbstständigkeit aus Leidenschaft

Es gibt gute Nachrichten: Die Zahl der Gründerinnen in Deutschland steigt! Zwar stagnierte die Zahl der Gründungen durch Frauen im Jahr 2019 laut dem KfW-Gründungsmonitor 2021, jedoch wuchs die Zahl der Gründerinnen in den Vorjahren stetig.

Aber leider sind Frauen in der Gründer*innenszene nach wie vor unterrepräsentiert. Auf sechs Männer kommen nur jeweils vier Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Insbesondere kapitalintensive Gründungen werden öfter von Männern vorgenommen. Frauen gehen dafür häufiger nebenberuflich in die Selbstständigkeit und investieren alles in allem weniger Geld.

Das heißt also: Frauen gründen seltener. Und vor allen Dingen anders als Männer. Und deswegen werden sie mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Wir zeigen dir, welche Herausforderungen das sind, wie Gründerinnen damit umgehen können und auch wo es Unterstützung gibt.

Gründerinnen wollen Unabhängigkeit

Erfolg bedeutet für Frauen oftmals etwas anderes als für Männer. Für sie steht nicht Geld an erster Stelle, sondern Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

Und für viele Gründerinnen bedeutet die Selbstständigkeit auch die (einzige) Hoffnung auf ein erfülltes Berufsleben. Das sieht man an der Zahl der sogenannten Notgründungen von Frauen im KfW-Gründungsmonitor. Über ein Drittel der Gründerinnen nennt als Motivation, keine attraktivere Jobalternative zur Selbstständigkeit zu haben.

Herausforderungen für Gründerinnen sind die „gläserne Decke“ und die Rückkehr aus der Babypause.

Das klingt erstaunlich, wenn man doch bedenkt, was der Arbeitsmarkt hergibt und wie hoch das Qualifikationsniveau von Frauen in Deutschland ist. Aber es erklärt sich aus ihrer besonderen Stellung in dieser Arbeitswelt. Sie stoßen in etlichen Unternehmen nämlich noch immer an die „gläserne Decke“, die es erschwert, an die Spitze aufzusteigen. In ihrer Selbstständigkeit hingegen machen die Frauen, die gut ausgebildet sind, eine Chance auf größere Spielräume zur Entfaltung, mehr Verantwortung sowie höheres Einkommen.

Und zusätzlich kompliziert für Frauen wird ihre berufliche Situation mit Kindern. Leider machen sie oft die Erfahrung, auf der Karriereleiter abzusteigen nach Rückkehr aus der Babypause mit möglicherweise reduzierter Stundenzahl. Insbesondere beruflich erfolgreiche Frauen gehen in dieser Lebenslage den Schritt in die Selbstständigkeit und beweisen damit, dass es durchaus möglich ist, Verantwortung im Berufsleben und Zeit mit bzw. für die Familie zu vereinen.

Frauen gründen im Schnitt seltener und kleiner als ihre männlichen Zeitgenossen - wir brauchen mehr Gründerinnen.

Weg mit den Selbstzweifeln!

Ein archaisches Unternehmerbild blockiert Gründerinnen die Tür

Trotz guter Gründe für eine Selbstständigkeit finden Frauen nur langsam den Anschluss. Was ist der Grund hierfür?

Eine der Ursachen ist sicher das verstaubte Bild von Unternehmertum, das noch durch zu viele Köpfe geistert und die öffentliche Wahrnehmung prägt. Es bricht leider nur sehr langsam auf. Diesem Bild nach ist der „typische Unternehmer“ (!) durchsetzungsfähig, selbstbewusst und risikofreudig, er (!) scheut sich nicht mind. 60 Stunden in der Woche zu arbeiten und Familie und Freunde hinten einzureihen. Ebenso beweist er (!) Führungsstärke und kann seinen Willen auch gegen Widerstände durchsetzen. Kurzum: Das traditionelle Bild von Unternehmerpersönlichkeit ist noch stark geprägt von Eigenschaften, die man gemeinhin als typisch männliche ansieht und mit welchen Frauen sich einfach viel seltener identifizieren. Auch in der Sprache spiegelt sich das wider.

Es geht auch anders

Klar, natürlich gibt es die Selbstständigen, die diesem Bild stark entsprechen, und unter ihnen finden sich auch Frauen. Es gibt die Selbstständigen, die länger und härter arbeiten als die anderen – aber es gibt eben auch die, die nach der Arbeit noch Zeit für Hobbys, Familie oder Freunde haben. Das Geheimnis hierfür ist, dass du das Unternehmen gründest, das zu deiner Situation, deinen Wünschen und deiner Persönlichkeit passt.

Starke Gründer*innen als Vorbilder für Gründerinnen

Wir wollen Schluss machen mit dem veralteten Unternehmerbild! Alle, die den Schritt in die Selbstständigkeit gehen wollen, sollten echte Vorbilder haben, die sie inspirieren und mitreißen!

Wir haben einige Interviews mit erfolgreichen Gründer*innen aus den verschiedensten Branchen geführt. Sie haben ganz unterschiedliche Geschäftsideen und haben sich auch auf ganz unterschiedliche selbstständig gemacht. Schau doch gerne gleich mal rein und lerne die Personen ein wenig kennen. Lass dich inspirieren von ihren Erfahrungen – frei nach dem Motto: Wenn andere das schaffen, dann schaffst du das auch.

Erfolgreiche Gründerinnen - insight.out
Erfolgreiche Gründer*innen - COKO
Erfolgreiche Gründerinnen - nakt
Erfolgreiche Gründer*innen - Fibrecoat
Erfolgreiche Gründer*innen - Sperling Bags
Erfolgreiche Gründer*innen - E-Baus
Erfolgreiche Gründer*innen - AeroMates
Erfolgreiche Gründerinnen - Home Boutique
Erfolgreiche Gründer*innen - Lichtlandschaften
Erfolgreiche Gründer*innen - GlimYu

Finanzierung für deine Gründung

Das zuvor beschriebene Bild eines Unternehmers ist möglicherweise mitunter Schuld daran, dass es für Frauen im Schnitt schwieriger als für Männer ist, ein Existenzgründerdarlehen zu erhalten. Studien bestätigen, dass Gründerinnen einerseits weniger Eigenkapital besitzen, andererseits jedoch auch weniger Fremdkapital für die Existenzgründung nutzen können als Gründer. Das ist wirklich ein Skandal, da sich die ökonomischen Chancen der Frauen und Gründerinnen doch überhaupt nicht von denen ihrer männlichen Kollegen unterscheiden! Gründerinnen beweisen dank ihrer wohlüberlegten und strukturierten Vorgehensweise eindrucksvoll, dass sie mindestens mal so gut wie Gründer mit ihren Geschäftsideen am Markt bestehen können.

Selbstzweifel überwinden

Oftmals versuchen Gründerinnen erst gar nicht, einen Bankkredit zu erhalten, und planen somit direkt mit weniger Kapital. Sie scheuen das finanzielle Risiko eher. Wenn Frauen bei ihrer Bank doch einen Kredit anfragen, kassieren sie schließlich tatsächlich öfter Abfuhren als Männer. Die Begründungen lauten dann „zu wenig Sicherheiten“ oder „zu geringe Kreditsumme„.

Mit Mut und Reserven vorwärts gehen

Jetzt versteht uns aber nicht falsch: Wir wollen hier niemand dazu ermuntern, eine potentielle Kreditsumme für die Gründung künstlich aufzublähen. Natürlich ist eine realistische Planung sowie ein sparsamer Umgang mit finanziellen Mitteln ein guter Weg. Der Lean-Startup-Ansatz basiert ja sogar auf der Idee, möglichst klein zu starten und so erst mal zu testen, ob die Geschäftsidee gut ankommt. Aber ein bisschen mehr Mut, größere Projekte zu verwirklichen, würde vielen Gründerinnen bestimmt gut tun. Ist die Kapitalausstattung nämlich zu knapp bemessen, wird so häufig ein gesundes Wachstum verhindert und kann problematisch werden – zum Beispiel wenn im zweiten Jahr Steuervorauszahlungen fällig sind und die Liquiditätsreserven abtragen.

Sei mutig!

Wir wollen dich und alle anderen Frauen bzw. (potenzielle) Gründerinnen dazu ermutigen, größer zu denken. Denn oftmals ist das Hauptziel von Existenzgründer*innen, „nur“ den Lebensunterhalt zu bestreiten. Die Skalierbarkeit ihrer Ideen haben sie meist gar nicht auf dem Schirm. Also, liebe Frauen und Gründerinnen, wir möchten euch motivieren. Denkt größer, über den Tellerrand hinaus. Entwickelt eine Vision und traut euch!

Was dir dabei hilft? Freies Denken und Inspiration. Mit den richtigen Fragen kannst du Ideen finden, die passen, oder bereits vorhandene Ideen optimieren:

  • Was ist deine Motivation? Was treibt dich an?
  • Welche Werte hast du (Unternehmenswerte)?
  • Was kannst du gut (Kernfähigkeiten/-kompetenzen)?
  • Was hast du bereits (Inventur von Ressourcen)?

Hast du schon eine Idee?

Lass sie von unserem Experten durchchecken!

Worauf warten? Schreibe dein Traumprojekt auf!

Das Geschäftsmodell – Das Grundgerüst deines Herzensprojekts

Sobald deine Idee konkreter wird, lagere sie aus deinem Kopf aus und mach den nächsten Schritt. Entwickle dein Geschäftsmodell mithilfe des Business Model Canvas und schreibe in neun Feldern auf, was die wesentlichen Pfeiler deines Geschäftsmodells sind.

Du willst dein Geschäftsmodell entwickeln?

Dann fang direkt an!

Der Businessplan – Strategie- und Handlungskonzept für deinen Traum

Wenn dein Geschäftsmodell steht, arbeitest du anschließend deine Geschäftsidee im Businessplan aus. Hier beschäftigst du dich im Textteil unter anderem mit Themen wie Marktanalyse oder Chancen und Risiken. In der anschließenden Finanzplanung „übersetzt“ du dann deine schriftlichen Ausarbeitungen quasi in Zahlen. Beispielhafte Kapitel sind hier die Liquiditätsplanung oder auch die Investitionsplanung. in der Finanzplanung ist es wichtig, dass du immer möglichst realistisch planst.

Worauf wartest du?

Schreibe jetzt deinen Businessplan!

Tipps für Gründerinnen

  1. Sei mutig und glaube an dich selbst und an deine Idee. Du kannst weit mehr, als du dir vielleicht bisher zugetraut hast. Und wenn du etwas nicht kannst, dann lernst du es. Oder aber du gleichst diese Schwächen einfach durch geeignete Partner*innen aus.
  2. Denke größer. Fange doch erst einmal ganz „spielerisch“ an und male dir aus: Wie könnte man aus deiner Geschäftsidee ein richtig großes Ding machen? Selbst wenn du es danach nicht genauso umsetzt, hast du schließlich trotzdem eine Vision, die dich emotional pushen kann.
  3. Hole dir professionelle Unterstützung. Im Familienkreis über deine Idee zu sprechen ist ein gutes Mittel, um mögliche Widrigkeiten zu erkennen und zu lösen. Aber das alleine reicht meist nicht aus. Dir nahestehende Menschen trauen sich oftmals nicht, potentielle Schwachstellen offen zu nennen. Oder aber sie sehen nur Probleme und reden dir dann ein, dass das sowieso nicht klappen wird. Ein/e externe*r Berater*in hingegen kann dir die Schwachstellen aufzeigen, ohne direkt das komplette Vorhaben einzustampfen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Gründerinnen?

Wir wissen ja nun schon, dass Frauen weniger oft als Männer bzw. in kleinerem Umfang auf eine klassische Bankfinanzierung für ihre Existenzgründung zurückgreifen. Aber gibt es nicht auch Anschubfinanzierungen für Existenzgründungen, die öffentlich gefördert werden?

Früher förderte man bevorzugt höhere Summen oder Sachinvestitionen. Und Frauen nahmen diese Angebote dementsprechend seltener in Anspruch. Mittlerweile sind die Förderbedingungen aber angepasst. Heutzutage kann man Förderkredite und Bürgschaften auch verwenden, um entweder kleinere Beträge zu erhalten oder laufende Betriebsmittel zu finanzieren.

Eines der wichtigsten Programme, mit welchen die Gründerinnen unterstützt werden sollen, ist ERP-Gründerkredit – Startgeld. Hier kannst du eine Fördersumme in Höhe von maximal 100.000 EUR erhalten und kannst sie ausdrücklich auch für eine Gründung im Nebenerwerb einsetzen.

Auf weitere Fördermöglichkeiten kannst du uns gerne ansprechen. Je nach Bundesland kann es hier unterschiedliche Möglichkeiten geben.

Mache dir dein Netzwerk zunutze

Es gibt wohl noch eine zweite mögliche Ursache dafür, dass Frauen weniger oft und kleiner gründen als Männer: Und zwar nutzen sie ihre Netzwerke anders. Zwar sagt man Frauen gerne nach, sie seien sozial kompetenter, jedoch profitieren sie nicht so viel von ihren Netzwerken. Unter anderem liegt das daran, dass sie tendenziell auf ihrer Hierarchieebene kooperieren und Austausch und Unterstützung bevorzugen. Sie sind meist eher gehemmt, Beziehungen bewusst zum eigenen Vorteil einzusetzen.

Was hast du schon?

Es gibt einen modernen Ansatz aus der Entrepreneurshipforschung, der dir an dieser Stelle helfen kann: Der Effectuation-Ansatz. Dieser Ansatz orientiert sich stark an den vorhandenen Ressourcen und ermutigt dich, deine bestehenden Optionen zu erkennen und deine Entscheidungen als Unternehmerin demnach auszurichten. Die Idee ist also nicht, erst einen Plan auszutüfteln und anschließend alle Mittel zusammenzusuchen, die du für dessen Umsetzung brauchst, sondern genau andersherum: Bei der Effectuation-Methode geht es darum, das zu nutzen, was schon da ist.

Verschaffe dir also einen Überblick über deine Ressourcen und wie du diese einsetzen könntest. Und dabei solltest du ausdrücklich dein komplettes Netzwerk mit einbeziehen und dir diese und ähnliche Fragen stellen:

  • Wen kennst du?
  • Wer kann dich nach vorne bringen?
  • Wessen Ressourcen könntest du für dich nutzen?

Sprich die Leute ruhig offensiv an und bitte um ihre Unterstützung. Lasse deine Beziehungen gezielt spielen, um an Ideen, Feedback und Rat zu gelangen sowie deine Idee zu testen und auszuprobieren. Es könnte dich überraschen, wie viel Energie du so in Gang setzen kannst.

Unser Fazit

Unternehmer*innentum ist so vielseitig wie die Menschen selbst. Es hat nicht mehr viel gemein mit dem veralteten Bild des Unternehmers. Selbstständigkeit muss heute nicht mehr unbedingt bedeuten, bis zum Burnout zu ackern und auf Privatleben zu verzichten. Ganz im Gegenteil: Eine flexible Zeiteinteilung und eine selbstbestimmte Arbeitsweise könnten es sogar erleichtern, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen – und das gilt für Mütter und Väter.

Eine Existenzgründung kann dir neue Perspektiven aufzeigen sowie die Aussicht auf ein besseres Einkommen. Du hast die Möglichkeit, deine eigenen Ideen zu entwickeln, dich selbst weiterzuentwickeln und viele neue und aufregende Erfahrungen zu sammeln. Packe die Gelegenheit beim Schopf und nutze die Chance, indem du nicht nur auf deine Selbstzweifel hörst. Orientiere dich stattdessen lieber an Vorbildern, die dir Mut machen – zum Beispiel unter den Gründer*innen, die wir in unseren Interviews vorgestellt haben.

Wie können wir (Gründerinnen) helfen?

Willst du aus deiner Geschäftsidee dein einzigartiges Geschäftsmodell entwickeln? Oder willst du deine Bank mit einem professionellen Businessplan überzeugen? Vielleicht benötigst du auch einfach Feedback zu deiner Idee? Melde dich gerne zum kostenfreien Erstgespräch an, gemeinsam finden wir dann heraus, ob und wie genau wir dich unterstützen können.

Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!

Dein Team von start!up consulting

, , , , ,
Gemeinkosten – So findest du sie und erfasst sie richtig
Investition – Was ist das und welche Arten gibt es?

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Menü