Gründung als Franchiseunternehmen – Vorteile und Stolperfallen

Für viele Existenzgründer ist Franchising ein sehr interessantes und lukratives Geschäftsmodell. In der eigenen Vorstellung muss man sich um nicht viel kümmern, denn man setzt ja auf ein Modell, das bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten erfolgreich am Markt ist, und gutes Geld lässt sich damit auch noch verdienen – klingt doch eigentlich zu schön, um wahr zu sein, oder?

Tatsächlich ist es nicht ganz so einfach, wie ich es eben kurz beschrieben habe. Aber es ist richtig, dass Franchising über viele Vorteile verfügt, die vor allem für diejenigen Existenzgründer interessant sind, die sich zwar selbstständig machen wollen, aber keine herausragende und erfolgversprechende Geschäftsidee haben. Wenn Sie über den nötigen Unternehmergeist verfügt, können Sie mit einem Franchiseunternehmen sehr erfolgreich sein.

Um Sie über das Franchise-Konzept aufzuklären, möchten wir von deutschland-startet.de Ihnen die Vorteile aufzeigen, aber auch auf die Nachteile und Stolperfallen hinweisen, die es zu beachten gilt.

Vorteile für einen Franchise-Nehmer

Zunächst einmal das Offensichtlichste: Wenn Sie sich für einen bekannten Anbieter entscheiden, z.B. eine sehr große Fastfood-Kette, müssen Sie sich um die Etablierung keine Sorgen mehr machen. Die Kunden wissen bereits, was sie erwartet und kommen dementsprechend fast von alleine zu Ihnen. Der Eintritt in den Markt wird also je nach Bekanntheit des Anbieters extrem beschleunigt. Außerdem müssen Sie sich nur sehr selten um Marketing-Aktionen kümmern, denn in der Regel fährt der Franchise-Geber bundesweite Kampagnen, von denen Sie natürlich auch profitieren.

Ein weiterer Vorteil ist es, dass Sie durch den Franchise-Geber oft Gebietsschutz erhalten. Sie haben also keinen direkten Wettbewerber des gleichen Systems im eigenen Einzugsgebiet, sondern höchstens Franchisenehmer anderer Anbieter. Generell ist die Unterstützung durch den Franchise-Geber (je nach System) sehr hoch, Sie sind also keineswegs auf sich alleine gestellt. So werden Sie durch Schulungen und Weiterbildungen immer wieder auf den neusten Stand gebracht und verbessern die eigenen Fähigkeiten als Unternehmer.

Außerdem sind die Arbeitsabläufe erprobt und auf Effizienz hin optimiert, Sie müssen also nicht erst mühsam nach der besten Möglichkeit suchen, sondern bekommen sie bereits fertig entwickelt präsentiert. Durch regelmäßige Kontrollen können zudem Fehler oder Probleme frühzeitig erkannt und lösungsorientiert besprochen und behoben werden. Trotz all dieser Unterstützung sind Sie ein selbstständiger Unternehmer und haben Ihre Freiheiten.

Auch unter finanziellen Gesichtspunkten ist Franchising sehr interessant. Denn im Gegensatz zur klassischen Unternehmensgründung müssen Sie hier nicht zwingend über Eigenkapital verfügen. Manche Franchise-Geber finanzieren vor und lassen sich dann den Kredit durch Raten wieder zurückzahlen. Aber selbst bei einigen Banken bekommen Sie leichter einen Kredit, denn das unternehmerische Risiko ist reduziert und die Erfolgsaussichten sind durch viele bestehende Praxisbeispiele leichter abzuschätzen. Das führt übrigens auch dazu, dass die Quote von gescheiterten Franchisenehmern im Vergleich zu anderen Selbstständigen relativ gering ist.

Nachteile und Stolperfallen

Der größte Nachteil ist, dass all diese Vorteile nicht umsonst zu haben sind. Da der Franchise-Geber natürlich auch von Ihnen profitieren will, müssen Sie einen vertraglich festgelegten Anteil Ihres Umsatzes an ihn entrichten – bei machen Systemen bis zu einem Drittel. Allerdings sind 33 % die absolute Ausnahme, bei den meisten Anbietern ist es weniger. Aber nichtsdestotrotz müssen Sie immer einen Teil Ihres Umsatzes abgeben. Zudem sind die Investitionen zu Beginn relativ hoch, denn Sie werden verpflichtet, die Räumlichkeiten nach bestimmten Vorgaben einzurichten, Mindestmengen an Produkten abzunehmen und Gebühren für die Lizenz zu zahlen.

Sie profitieren zwar von dem guten Ruf des Franchise-Gebers, aber Sie sind auch abhängig von ihm. Sollte es also einen rufschädigenden Skandal in der Unternehmenszentrale geben, dann werden Sie wahrscheinlich auch in Mitleidenschaft gezogen, obwohl Sie eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Auch ist Ihr Einfluss auf die Geschäftsplanung sehr begrenzt: Sie können zwar leicht eine zweite Filiale aufmachen, aber Sie haben keinerlei Einfluss auf die Preise und wenn sich der Anbieter beispielsweise für ein neues Design entscheidet, müssen Sie mitziehen – ob Sie wollen oder nicht. Sie haben also unternehmerische Freiheiten, aber nicht so viele, wie sie ein klassischer Selbstständiger hat.

Als einen Nachteil kann man es auch sehen, dass es in Deutschland kein echtes „Franchise-Gesetz“ gibt. Sie unterschreiben natürlich einen gültigen Vertrag, an den sich beiden Seite zu halten haben und der auch durch einen Notar bestätigt wird, aber es gibt keine rechtlichen Vorgaben zum Umfang des Vertrags oder den Pflichten der Vertragspartner. Allerdings sollten Sie jetzt deswegen keine Angst bekommen, denn zigtausend Franchise-Nehmer kommen seit Jahrzehnten gut und verlässlich mit ihren Partnern aus.

Was Sie sonst beachten sollten

Wichtig ist natürlich immer die Wahl des passenden Franchise-Systems: Fastfood, Lebensmittel, Immobilien, Fitness … die Vielfalt ist riesig. Also sollten Sie sich zunächst sehr gut informieren, um herauszufinden, welches Modell am besten zu Ihnen passt.

Des Weiteren ist die Lage des geplanten Standortes ungemein wichtig. Je nach System sind die Prioritäten unterschiedlich: Bei machen ist es von Vorteil, wenn man viel Laufkundschaft erreicht, andere benötigen große Flächen für Parkplätze und wieder andere funktionieren dann am besten, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmittel leicht zu erreichen sind – es gibt jedenfalls einiges zu beachten. Auch sollten Sie vorher genau überprüfen, wie groß die Distanz zum nächsten Konkurrenten ist, damit Sie sich nicht in einem Gebiet niederlassen, das schon durch einen Wettbewerber bedient wird.

Wenn Sie sich für einen Partner entschieden und den geeigneten Standort gefunden haben, dann sollten Sie als nächstes den Vertrag ganz genau durchlesen. Sollten Sie irgendwann unglücklich mit dem Franchise-Geber werden, kann es durchaus schwierig werden, frühzeitig aus dem Vertrag zu kommen. Lassen Sie ruhig einen Notar den vorliegenden Vortrag prüfen, denn er wird für viele Jahre Ihres Berufslebens wichtig sein.

Generell wird Franchising für ein sehr vielversprechendes und in der Regel auch sicheres Modell der Selbstständigkeit gehalten. Wenn Sie sich genau damit befassen und es professionell angehen, sind die Erfolgsaussichten sehr gut, nutzen Sie also Ihre Chance. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Über den Autor des Gastartikels:

Simon Weis studiert Journalismus und Unternehmenskommunikation in Köln. Derzeit unterstützt er die Online-Redaktion der Gründerinitiative „Deutschland startet“.

Expertennetzwerk Deutschland GmbH
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