New Economy

New Economy – Was genau war die Hoffnung des 21. Jahrhunderts?

Ende der 1990er Jahre erlebte die Wirtschaft einen Boom – die New Economy war geboren. Aber was genau bedeutet das? Und war wirklich alles so toll und glanzvoll, wie man es sich erträumt hatte?

Das Wichtigste im Überblick

Definition: Was bedeutet New Economy?

Die Bezeichnung New Economy (englisch für: neue Wirtschaft / Ökonomie) steht für den Wechsel von einer auf Warenproduktion ausgerichteten Wirtschaftsweise hin zu einer Wirtschaftsweise, die auf Dienstleistungen ausgelegt ist (besonders webbasierte Dienste). Der Begriff bezeichnet Wirtschaftsbereiche, die mit der Verbreitung von Internet und Computern sowie weiterer Informations- und Kommunikationstechniken aufkamen. Im Zuge der Neuen Wirtschaft wurden wirtschaftliche Abläufe zum Teil radikal geändert.

Auch wenig überraschend in diesem Kontext: Den Begriff New Economy stellt man der traditionellen Wirtschaft (Old Economy) im Industrie- und Dienstleistungsbereich gegenüber.

Mit der Verbreitung von Computern und Internet kam die New Economy
Mit der Verbreitung von Computern und Internet kam die New Economy

Welche Eigenschaften prägen die New Economy?

Verfechter der Neuen Ökonomie nahmen an, dass die industrielle Massenfertigung von Waren an Wichtigkeit verlieren. Ebenso ging man davon aus, dass bisher gültige Grundannahmen einer kapitalistischen Wirtschaftsweise unwichtig würden. Prioritäten sah man in der Informationsökonomie; das heißt in einem weltweiten Wettstreit um innovative Ideen sowie in der Herstellung, Verarbeitung und Verbreitung von Informationen und Inhalten. Mit Inhalten sind immaterielle Werte gemeint, also beispielsweise digitale Güter (Musik, Software, Videos). Man ging davon aus, dass digitale Prozesse die ursprünglichen physischen Arbeitsprozesse und Absatzkanäle weitgehend überlagern würden.

Ganz im Gegensatz zur Old Economy (so werden leicht abwertend die klassischen Wirtschaftstheorien genannt) setzt die Neue Ökonomie nicht mehr voraus, dass der Preis durch die Knappheit der Güter bestimmt wird. Vielmehr geht man davon aus, dass der Preis für ein Gut erst dann steigt, wenn es allgemein verfügbar ist (zumindest für eine kritische Masse). Konkreter bedeutet das: Durch die weltweite Vernetzung entstand die Theorie, dass Kommunikationsgeräte erst dann nützlich seien, wenn sie überall verfügbar sind. Die Güter oder Waren in der New Economy sind deswegen hauptsächlich Kommunikationsmittel (Telefon, E-Mail, Fax, Online-Community). Und diese können erst dann sinnvoll genutzt werden, wenn so viele Menschen wie möglich einen Zugang hierzu haben.

Dieser Idee wurde während des Aufschwungs informationstechnischer Unternehmen Ende der 1990er Jahre eine wichtige Rolle zuteil. Investor:innen steckten damals große Summen in die Sicherung innovativer Ideen und somit einen Vorsprung bei der Erschließung neuer Märkte.

Das Ende des Booms brachte dann die Erkenntnis, dass die Grundregeln des Kapitalismus durch die digitale Revolution nicht außer Kraft gesetzt werden. Ebenfalls verbreitete sich die Meinung, es sei sinnlos, New- und Old Economy strikt voneinander zu trennen. Außerdem investierten Unternehmen, die sich Old Economy zuschrieben, vermehrt in typische Bereiche der Neuen Wirtschaft, beispielsweise Onlineportale oder webbasierte Dienstleistungen. Darüber hinaus stellten sich viele Geschäftsmodelle der Neuen Ökonomie als konzeptionelle Fehlschläge heraus.

Charakteristische Branchen für Gründungen in der Neuen Wirtschaft

Bezeichnend für Unternehmensgründungen während der Neuen Ökonomie waren die folgenden sogenannten Zukunftsbranchen:

  • Informationstechnik,
  • Multimedia,
  • Biotechnik,
  • Telekommunikation,
  • Erzeuger forschungsintensiver Produkte.

Begriffe aus der New Economy

  • eBay
  • Entrepreneur in Residence
  • Finanzierungsrunde
  • Gewinnoptimierung
  • Medienhype
  • Internet-Start-up
  • Investition
  • IPO
  • Mobile Device
  • Plattform
  • Portfoliofirma
  • Personalbeschaffung
  • Risikokapital (Venture Capital)
  • Rollout
  • Seedfinanzierung
  • Serial Entrepreneur
  • Technology Evangelist
  • Value-added
  • Value Enhancement

Quelle: Kleines Lexikon der New Economy-Sprache. Süddeutsche Zeitung Magazin, 2. Juni 2000, S. 17 f.

Personen der New Economy

Im Rahmen der Boomphase der Neuen Ökonomie wurden in Deutschland unter anderem folgende Unternehmer bekannt:
,
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