Wir erklären, was Unternehmensplanung ist und welche Arten es gibt.

Planung – Was ist Unternehmensplanung und welche Arten gibt es?

Definition: Was ist Planung?

Unter Planung versteht man die menschliche Fähigkeit oder Tätigkeit, Handlungsschritte gedanklich vorwegzunehmen, die zu Erreichung eines Ziels notwendig sind. Daraus resultiert ein Plan, also eine zeitlich geordnete Datenmenge.

Oder anders formuliert: Das Wort Planung beschreibt den vorausschauenden Prozess, bei dem man bedenkt, wie und mit welchen Mitteln man etwas durchführen muss, um ein festgesetztes Ziel zu erreichen.

Planung beinhaltet grundsätzlich die folgenden Aspekte:

  • Ziel: Was willst du in Zukunft erreichen?
  • Weg: Welche Maßnahmen musst du zur Zielerreichung umsetzen?
  • Ergebnis ermitteln: Hast du das Ziel erreicht? Welche Mittel wirst du zur Bewertung einsetzen?

Die Art der Planung kann man in zwei Kategorien aufteilen:

  1. Kurzfristig = operative Planung (bekannt als Budgetierung)
  2. Langfristig = strategische Planung

In der Regel sind diese beiden Planungsarten miteinander verknüpft und ergänzen sich somit gegenseitig.

Merkmale einer effektiven Planung

Worum geht es bei der Unternehmensplanung? Im Grunde genommen schlicht und einfach darum, Zukunftsprobleme auszumachen und dafür entsprechende Lösungen zu finden. Daher ist Planung auch kein statisches Konstrukt, sondern vielmehr ein kontinuierlicher Prozess. Um eine effektive Planung erstellen zu können, musst du daher einige Faktoren beachten:

Orientierung am Ziel

Ohne konkretes Ziel läuft nichts. Schließlich muss es erst eine Zielvereinbarung geben bzw. Unternehmensziele bekanntgemacht werden, bevor die involvierten Abteilungen mit dem Planen starten können. Die konkreten Maßnahmen musst du dementsprechend an das gesetzte Ziel anpassen und ausrichten. So sind zum Beispiel mögliche Ziele:

  • Umsatzsteigerung um sechs Prozent,
  • Rentabilitätssteigerung um zehn Prozent,
  • Reichweite im Online-Bereich verbessern.

Ganz wichtig ist jedoch vor allem eine klare Kommunikation der gefassten Ziele und fassbare Zielgrößen. Dreh- und Angelpunkt der operativen Planung (kurzfristig) ist alles rund um Kosten, Umsätze, Gewinne und Liquidität. Bei der strategische Planung (langfristig) hingegen dreht sich alles um Steigerungsraten – zum Beispiel mit Auge auf Innovation, Kundengewinnung oder Marktanteile.

Bezug auf die Zukunft

Es dreht sich alles um das Erkennen von zukünftigen Potenzialen sowie Schwächen. Daher solltest du im Bereich der langfristigen Planung Maßnahmen der Potenzialnutzung und Risikoverhütung vorbereiten.

Orientierung an Prozessen

Einen Prozess kannst du dir ganz einfach bildlich vorstellen: Eine lange Kette von verschiedenen Aktivitäten, die essentiell ist für die Leistungsfähigkeit deines Unternehmens. Und deswegen ist es auch ein Bestandteil der Planungsaufgaben, einzelne Prozesse der Unternehmensleistung als Orientierung zu nutzen. Und ganz wichtig ist auch permanentes Feedback während der Planung, da schließlich auch Teilpläne untereinander verknüpft sind.

Berücksichtigung von Prozessen

Du darfst bei der strategischen Planung auf keinen Fall auslassen, die Einflüsse und Faktoren für ein eventuelles Ausbremsen der Betriebsentwicklung genau zu untersuchen. Jedes Unternehmen hat verschiedene Engpässe, welche sich mithilfe einer systematischen Priorisierung nach und nach auflösen lassen.

Grundlage der Steuerung von Unternehmen

Planung ist die unverzichtbare Basis für eine erfolgreiche Unternehmenssteuerung. Schließlich konkretisierst du mit ihrer Hilfe die Ziele, die du zukünftig erreichen willst. Mit einer Planung ist es darum möglich, knappe Ressourcen / Rohstoffe vor ihrem Einsatz effektiv zusammenzubinden. Und noch besser: Wenn du regelmäßig deine Planung mit dem Ist-Zustand vergleichst, kannst du die Zielerreichung jederzeit überprüfen.

Nur ein Unternehmen, das genau weiß, wohin der Weg führen soll, ist in der Lage, die wesentlichen Umweltfaktoren zu erkennen. Beispielsweise in Bezug auf folgende Fragen:

  • Wie geht die Konkurrenz mit XY um?
  • Welche technische Entwicklung könnte Auswirkungen auf mein Unternehmen haben?

Wenn du diese Informationen dann konkret analysierst, kannst du den individuellen Planungsprozess bereichern und untermauern.

Was ist operative Planung?

Wie bereits oben schon erwähnt, geht es bei der operativen Planung um kurzfristige Zukunftsmaßnahmen. Der Planungshorizont umfasst hierbei in der Regel das zukünftige Geschäftsjahr und maximal noch das übernächste.

Bei dieser Methode ist es üblich, alle am Planungsprozess beteiligten Abteilungen Teilpläne erstellen zu lassen. Daraus leitest du dann schlussendlich die gesamte Planung für das nächste Geschäftsjahr ab. Typisch für die operative Planung ist eine detaillierte Ausarbeitung und der Fokus auf Zahlen. Alle daten und Informationen, die essentiell sind, liegen in schriftlicher Form vor. So zum Beispiel:

  • Materialeinsatz,
  • Absatz,
  • Werbekosten,
  • Personalaufwendungen,
  • geplante Investitionen,
  • etc.

Damit du noch genauere Aussagen treffen kannst, leitest du aus den Jahresangaben Durchschnittswerte für die Monate ab.

Praxistipp operative Planung: Nicht alle Positionen linear verteilen.

Unser Tipp:

Verteile nicht alle Positionen linear.

Wenn du die Werte aus der operativen Planung auf die Monate runterbrichst, musst du beachten, dass sich einige Kennzahlen und Größen nicht stur durch 12 teilen lassen. Du musst die Werte pro Monat individuell berechnen und dabei saisonale Faktoren berücksichtigen. Z.B. veränderte Kaufgewohnheiten, Sprünge beim Umsatz oder Urlaubszeit.

Speziell auf den Umsatz sowie Personal- und Materialkosten hat das einen erheblichen Einfluss. Die übrigen Kosten kannst du dann in der Regel ohne Probleme auf die Monate verteilen.

Was ist strategische Planung?

Die Aufgabe der strategischen Planung ist das Erkennen und Ausbauen von Erfolgspotenzialen des Unternehmens. Es geht also um die langfristige Sicherung der Existenz des Unternehmens.

Im Gegensatz zur operativen Planung berücksichtigt man bei der strategischen Zeiträume von drei bis sieben Jahren. Manche Unternehmen bauen sie sogar auf bis zu zehn Jahre aus. Aber Achtung: Bei zunehmenden Zeiträumen steigen die Unsicherheiten überproportional an.

Die langfristige Planung baut auf der kurzfristigen auf und du musst sie in bestimmten Zeitintervallen aktualisieren und modifizieren (z.B. jährlich). Das heißt, die strategische Planung ist nur eine Art Orientierungsrahmen für Unternehmensleitung und Führungskräfte.

Das sind wichtige strategische Ziele:

  • Neuentwicklungen von Produkten, um Innovationsführer*in zu bleiben,
  • Marktanteile ausbauen,
  • neue Märkte erschließen,
  • Kostenführerschaft, Qualitätsführerschaft, Nischenführer*in,
  • neue Vertriebskanäle erschließen,
  • Unternehmensfinanzierung sicherstellen,
  • unternehmerische Unabhängigkeit sichern,
  • in neue Technologien einsteigen.

Um die strategische Planung umzusetzen, gibt es eine Vielzahl von “Werkzeugen”. So zum Beispiel die Portfolio-Analyse, Produkt-Lebenszyklus-Kurve, die Break-Even-Analyse, ROI-Analyse, sowie Zero-Base-Budgeting oder Gemeinkosten-Wertanalyse.

Top-Down- und Bottom-Up-Planung

In einem kleinen Unternehmen lässt sich der Planungsprozess schnell durchführen und der Verlauf ist relativ übersichtlich. Mit steigender Unternehmensgröße jedoch musst du die Planung sorgfältig abstimmen, damit man alle Aktivitäten zusammenführen kann.

Daher gibt die Unternehmensleitung die globalen Zielvorstellungen in einer Top-Down-Anweisung bekannt (beispielsweise 10 % Umsatzsteigerung). Mit dieser Vorgabe können dann die einzelnen Abteilungen sowohl Weg als auch Mitteleinsatz weitestgehend frei wählen, um das Ziel zu erreichen.

Die Planvorgaben können jedoch nicht immer realisiert werden. In einem solchen Fall gehen die Korrekturen und überarbeiteten Planwerte dann den anderen Weg von unten nach oben (Bottom-Up). Sind die Ziele und Planwerte verabschiedet, haben die Führungskräfte schriftlich fixierte Handlungsanordnungen, deren Umsetzung in ihrer Verantwortung liegt.

Vernetzung von operativer und strategischer Planung

Operative und strategische sind keine voneinander abzugrenzenden Prozesse, sondern gehen vielmehr Hand in Hand. Die operative Planung soll durch die strategische mit ihrer langfristigen Sichtweise ergänzt werden. Man soll quasi mithilfe der beiden Planungsweisen eine Balance zwischen Gewinnsicherung und Existenzsicherung zu finden und natürlich auch zu halten. Die beiden Systeme können nämlich nur durch Vernetzung und permanentes Feedback funktionieren.

Unser Fazit

Die Umwelt ist schwer zu prognostizieren. Du musst eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigen. Diese Faktoren beeinflussen sich teilweise gegenseitig und im Zeitablauf verändern sie sich auch. Die Planung ist daher keine genaue Beschreibung dessen, was kommen wird, sondern vielmehr “nur” eine Vorbereitung auf die Zukunft. Du klärst, was dir und deinem Unternehmen wichtig ist, welche Ziele du verfolgst und welche Wege du beschreiten willst. Planung ist also ein essentielles Werkzeug, das dir hilft, mit Vorkommnissen in der Zukunft umgehen zu können bzw. auch bestimmte Ereignisse von Vornherein auszuschließen.

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