Rechtsformen im Überblick

Rechtsformen im Überblick – Rechtsformen verständlich erklärt

Rechtsformen – Eine Übersicht für alle Existenzgründer

Die Wahl der Rechtsform – oder auch Unternehmensform genannt – stellt Gründer meist vor viele Fragen. Welche Form ist die richtige für mein Unternehmen? Welche entspricht den Anforderungen? Wie soll gehaftet werden? Soll Startkapital eingebracht werden? Und was sind die formalen Aspekte?

Deswegen stellen wir euch in diesem Artikel Rechtsformen wie bspw. die GmbH, GbR oder UG vor.

Rechtsformen – Welche Form ist für die Gründung geeignet?

Für den Weg in die Selbstständigkeit gibt es verschiedene Unternehmensformen. So kannst Du – ganz grob unterteilt – zwischen Einzelunternehmen, Personen– und Kapitalgesellschaften wählen.

Oftmals gehen mit den verschiedenen Formen große Unterschiede und verschiedenste Anforderungen für die Unternehmer einher. Immer wiederkehrende Fragen drehen sich um Haftung und Startkapital sowie Buchführung und formale Gründungsaspekte. Hierbei musst Du abwägen, worauf Du besonderen Wert legst. In der nachfolgenden Grafik zeigen wir Dir neun Kriterien, die Du bei der Wahl der Rechtsform für Dein Unternehmen berücksichtigen solltest.

Unternehmensformen, Gesellschaftsformen

Rechtsformen – Ein Überblick

Nachfolgend stellen wir Dir in einer Übersicht die gängigsten deutschen Gesellschaftsformen vor. In dieser Auflistung hast Du die Möglichkeit, durch Anklicken der einzelnen Formen mehr über sie zu erfahren.

Einzelunternehmen und Personengesellschaften:

Wenn Du alleine gründest, kommt für Dich die Form des Einzelunternehmens in Frage. Als Einzelunternehmen bezeichnet man die wirtschaftliche, selbstständige Tätigkeit einer einzelnen Person, sofern sie keine andere Rechtsform wählt. Der Einzelunternehmer haftet in der Regel mit seinem Privatvermögen. Die Voraussetzungen zur Gründung eines Einzelunternehmens sind überschaubar: Das Unternehmen entsteht durch das wirtschaftliche Handeln. Aber keine Sorge, als Einzelunternehmer muss man nicht zwingend alleine arbeiten. Auch ein Einzelunternehmer kann Personal einstellen.

Personengesellschaften entstehen, wenn sich mindestens zwei Personen (natürlich oder juristisch) zweckgebunden zusammenschließen. Eine Personengesellschaft kann Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen sowie ein Vermögen besitzen, es handelt sich jedoch nicht um eine juristische Person.

Die folgenden Formen sind die bekanntesten Beispiele für Personengesellschaften:

GbR

= Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die Rechtsform Gesellschaft bürgerlichen Rechts – auch BGB-Gesellschaft genannt – wird von mind. zwei Personen gegründet. Sie wird nicht im Handelsregister eingetragen. Die Haftung der Gesellschafter erfolgt gemeinsam und mit dem gesamten Vermögen.

OHG

= Offene Handelsgesellschaft

Wenn es sich bei den Gesellschaftern der offenen Handelsgesellschaft um natürliche Personen handelt, müssen diese Kaufmänner sein (Ausnahmen bestätigen die Regel). Die OHG haftet ebenfalls mit dem gesamten Gesellschafts- und Privatvermögen.

KG

= Kommanditgesellschaft

Die Kommanditgesellschaft stellt eine besondere Form der OHG dar. Die Haftung der Kommanditgesellschaft ist so geregelt, dass mindestens eine Person (der Komplementär) voll und die andere (der Kommanditist) nur mit ihrer jeweiligen Einlage haftet.

Stille Gesellschaft

Die stille Gesellschaft ist eine Sonderform der Personengesellschaft, da sie keine Handelsgesellschaft ist. Diese Rechtsform entsteht dann, wenn sich eine natürliche oder juristische Person mit einer Vermögenseinlage (oder einer Arbeitsleistung) am Betrieb eines anderen beteiligt. Nach außen ist die stille Gesellschaft meist nicht erkennbar.

GmbH & Co. KG

= Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft

Die GmbH & Co. KG heißt ausgeschrieben Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Compagnie Kommanditgesellschaft. Diese Rechtsform stellt eine besondere Form der Kommanditgesellschaft dar. Hier ist der persönlich haftende Gesellschafter keine natürliche Person, sondern eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), also die Komplementär-GmbH. Meistens sind die anderen Gesellschafter der GmbH in diesem Fall die Kommanditisten.

Kapitalgesellschaften

Die Kapitalgesellschaft ist eine juristische Person und entsteht durch den Zusammenschluss mindestens zweier Personen. Bei den Kapitalgesellschaften steht die Kapitalbeteiligung im Vordergrund. Ohne Einbringung einer Kapitaleinlage ist die Gründung nicht möglich. Die Gesellschafter haften – im Gegensatz zu den Personengesellschaften – nicht mit ihrem Privatvermögen. In ihrer Form als juristische Personen können die Gesellschaften Verträge abschließen und Verbindlichkeiten eingehen.

GmbH

Zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung bedarf es mindestens einer natürlichen Person. Die Stammeinlage beträgt 25.000 EUR, wovon mindestens 12.500 EUR eingebracht werden müssen. Die Haftung erfolgt mit dem Stammkapital.

AG

= Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft wird auch gerne als große Schwester der GmbH bezeichnet. Sie eignet sich nur für große Gründungsvorhaben, da das Startkapital 50.000 EUR beträgt. Die Haftung beschränkt sich nur auf das Firmenvermögen.

KGaA

= Kommanditgesellschaft auf Aktien

Die Kommanditgesellschaft auf Aktien stellt eine Mischform aus KG und AG dar. Die Rechtsform KGaA hat einen Gesellschafter, der persönlich haftet. Das notwendige Startkapital beträgt 50.000 EUR.

UG (haftungsbeschränkt)

= Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) wurde in Deutschland als Antwort auf die englische Limited ins Leben gerufen und stellt somit eine Alternative zur GmbH dar. Das Stammkapital muss nur mindestens einen Euro betragen. Im Gegensatz zur GmbH dürfen Gewinne jedoch nicht in voller Höhe ausgeschüttet werden, sondern die Gesellschafter müssen sich eine gesetzliche Rücklage ansparen. Sobald die Gesellschaft 25.000 EUR angespart hat, können die Gesellschafter sie in eine GmbH umwandeln. Andere Namen für die UG (haftungsbeschränkt) sind Mini-GmbH und 1-Euro-GmbH.

Rechtsformen – Ein direkter Vergleich

Wir haben eine Übersicht über die erwähnten Rechtsformen erstellt, mit deren Hilfe ihr ganz einfach vergleichen könnt, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. Anhand der Liste könnt ihr Vergleiche vornehmen im Hinblick auf eure wesentlichen Kriterien.

Die Erwähnung der Rechtsform im Businessplan

Da sich aus der Wahl der Rechtsform für Dein Unternehmen weitreichende betriebswirtschaftliche Konsequenzen ergeben, ist sie für Dein Unternehmen von großer Bedeutung. Je nachdem, für welche Rechtsform Du Dich entscheidest, fallen unterschiedliche Kosten an, wie zum Beispiel Notarkosten oder Stammkapitaleinlage. Auch laufende Kosten können anfallen, wie beispielsweise für Büromiete oder Buchhaltung.

Daher musst Du in Deinem Businessplan auch nicht nur erwähnen, für welche Rechtsform Du Dich entschieden hast, sondern eben auch die damit verbundenen Kosten in der Finanzplanung erfassen.

Rechtsformen – Nichts ist für immer

Keine Panik: Unser deutsches Recht zwingt Dich nicht, für immer und ewig Deine gewählte Rechtsform beizubehalten. Natürlich kann es passieren, dass sich die Ansprüche an die Rechtsform Deines Unternehmens mit seiner Entwicklung verändern. Du musst dann nicht für alle Ewigkeiten Einzelunternehmer bleiben, sondern kannst zum Beispiel nach einer starken Expansion Dein Unternehmen in eine GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) umwandeln.

Wie können wir helfen?

Du befindest Dich in der Vorbereitung auf Deine Existenzgründung und weißt nicht, was wann wie zu tun ist? Kein Problem! Melde Dich gerne zum kostenfreien Erstgespräch an, dann finden wir gemeinsam heraus, wie wir Dich bei der Verwirklichung Deines Traums unterstützen können.

Dein Team von start!up consulting

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GmbH gründen – Gesellschaft mit beschränkter Haftung verständlich erklärt
UG (haftungsbeschränkt) – Die Unternehmergesellschaft verständlich erklärt

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Karl Heinrich
    6. Juni 2021 15:05

    Ich befinde mich gerade in der Unternehmensgründung und stehe nun vor der Frage der Rechtsform. Interessant finde ich, dass die UG eine Alternative zur GmbH darstellt und das Stammkapital nur einen Euro betragen muss. Ich werde mich mal noch intensiver in das Unternehmensrecht einlesen, das schein mir aber eine passende Variante zu sein.

    Antworten

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