Startup-Stories: Interview mit insight.out

Startup-Stories – Interview mit Franca und Andreas von insight.out

Über testbasierte Diagnostik, große Ideen und Lust und Last des Unternehmerdaseins.

Nachdem wir im vergangenen Interview Robert und FibreCoat kennenlernen und einiges über Faserverbünde und Existenzgründung in diesem Bereich erfahren durften, widmen wir uns nun zwei ebenso interessanten Gesprächspartnern und deren Startup.

Franca-Alexandra und Andreas sind zwei der Gründer von insight.out. Mit ihrem wohlverdienten ersten Platz bei Pioniergeist 2020 dürfen sie stolz nur eine von vielen Auszeichnungen tragen.

Wer die beiden sind, was es mit insight.out auf sich hat und mit welchen Herausforderungen sie während der Gründung zu kämpfen hatten, erfahren wir nun.

Herzlich willkommen zu unserem Gründerinterview. Heute habe ich gleich zwei Gäste, Franca und Andreas. Sie gehören beide zum Startup insight.out. Und was sie genau machen, werden sie uns heute in der Geschichte berichten. Vielleicht stellt ihr euch kurz vor?

Franca: Danke, sehr gerne. Mein Name ist Franca-Alexandra Rupprecht. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Kaiserslautern studiert und anschließend in Informatik promoviert. Dabei hat mich besonders die Human Computer Interaction interessiert, also die Interaktion zwischen Mensch und Computer. Und daraus ist dann auch die Idee entstanden, aber dazu kann ich später nochmal mehr erzählen.

Auf meiner Reise an der Uni und bei der HCI habe ich auch Andreas kennengelernt, mittlerweile kennen wir uns schon acht Jahre.

Andreas: Ich bin Andreas Schneider. Wie Franca schon erwähnte, haben wir uns an der TU Kaiserslautern am Lehrstuhl für HCI kennengelernt. Ich selbst habe dort Informatik studiert und dann auch den Master gemacht. Mit Franca habe ich während der Studienzeit schon vor insight.out viele gemeinsame Projekte gemacht.

Was genau ist insight.out?

Franca: Wir – insight.out – sind die Gründer und Entwickler der test.box. Die test.box ist eine Online-Plattform für testbasierte Diagnostik im Bereich der mentalen Gesundheit.

Was bedeutet testbasierte Diagnostik?

Also: Es gibt Testverfahren. Das sind neuropsychologische Verfahren, die benutzt werden zur Erfassung von kognitiven Fähigkeiten, also Arbeitsprozesse im Kopf des Menschen, und auch der psychischen Fähigkeiten eines Menschen. Ganz häufig sieht man IQ-Tests oder Matrizen, wo man fehlende Teile finden muss. Das sind tatsächlich neuropsychologische Tests, die benutzt werden um zu prüfen wie schnell oder “gut” der Kopf ist. Also auch um zu sehen, was in diesem Kopf passiert, was wir von außen sonst gar nicht sehen können. Und diese Testverfahren sind das Werkzeug des Diagnostikers. Das heißt wenn ich testbasierte Diagnostik mache, brauche ich einen Test um quantitative und objektive Diagnosen erstellen zu können. Die Anwendungsgebiete solcher Testverfahren sind ganz klassisch; in der Psychosomatik zum Beispiel. Aber auch im Bereich HR, in der Education, in der Wissenschaft und Forschung oder auch in der Pharmazie.

Wir befassen uns zunächst mit dem Gebiet der Mediziner und der Therapeuten und wir möchten dem Therapeuten mit der test.box eine Plattform bieten, wo er Testverfahren erwerben und digital durchführen kann auf verschiedenen Endgeräten und dann eine automatische Auswertung bekommt. Das heißt der Patient kommt mit seinem Problem zu ihm, man weiß nicht genau was der Patient hat. Er bekommt sein Testverfahren, wird unterstützt vom Therapeuten und kann diesen Test durchführen. Der Test wird in Echtzeit automatisch ausgewertet, sodass der Therapeut in dem Moment, in dem der Test abgeschlossen wird, schon eine Diagnose stellen und eine Therapie finden kann, die für den Patienten passt. Zu seinen Bedürfnissen und seinen kognitiven Fähigkeiten. Und das ist die test.box.

Es war also das unbefriedigende Gefühl, nichts erreichen zu können.

Ihr kommt ja beide aus dem wissenschaftlichen universitären Bereich. Hattet ihr denn schon immer die Idee zu gründen? Wie hat sich das entwickelt und was hat euer Umfeld dazu gesagt?

Franca (lacht): Gründen war so gar nicht meine Idee. Es war so ganz klassisch: Studium, Promotion, und während der Promotion habe ich in vielen Industrieprojekten mitgearbeitet. Und es war schon relativ lange klar, dass ich in die Automobilindustrie wollte. Dass ich da nach meiner Promotion hingehe und da schön HCI- Dinge machen kann. Während meiner ganzen Projekte in der Industrie habe ich dann aber gemerkt, dass man gute Ideen entwickelt und gute Projekte erarbeitet, die dann aber meistens nicht bin in den Vorstand gelangen.

Das heißt die ganzen tollen Konzepte und Ideen, die entwickelt werden, haben einfach keinen Einfluss, also es passiert nichts damit. Die gehen unter und es sind zu viele bürokratische und hierarchische Stufen, an denen man nicht vorbeikommt. Was mich wirklich ein bisschen zurückgeworfen hat war der Gedanke: “Ich will einen Einfluss haben. Ich will was erreichen mit meinen Ideen. Ich glaube nicht, dass ich dumme Ideen habe. Mit meinen Ideen kann man was erreichen.”

Es war also das unbefriedigende Gefühl, nichts erreichen zu können.

Andi und ich haben zusammen in einem Büro gesessen, Andi – anders als ich – hoch motiviert: Er wird Chef, er wird Geschäftsführer (lacht), ohne eine Idee und ohne eine Unternehmung. Da sind dann wohl einfach die zwei Richtigen aufeinandergestoßen. Und dann haben wir gegründet.

Andi, du darfst weitermachen.

Andreas: Ja, absolut, das trifft es ganz gut. Von der Grundeinstellung ist es bei eigentlich ganz ähnlich. Einen Einfluss haben. Und wie wir das auch schon bei vielen anderen erlebt haben in großen Firmen mit teils recht statischen Strukturen ist das Verändern und das “Dynamischsein” oft gar nicht möglich oder sehr anstrengend und unbefriedigend. Und deshalb fanden wir die Idee von einer kleinen Firma recht spannend und haben uns dann dazu entschieden. Wir haben ja dann noch Jan kennengelernt, der ist Psychologe und komplettiert das vom Background her komplettiert im Rahmen dessen, was wir tun. Und so waren wir dann eine Truppe, die ganz überzeugt von der Idee und der Unternehmung war.     

Ja ok, das ist genau das, was es jetzt braucht.

Zur Reaktion des Umfeldes: Das war eigentlich alles positiv. Viele waren auch neugierig und wollten das genau wissen. Wie das alles funktioniert, was wir da machen, was die nächsten Schritte sind. Und sie sind auch immer noch neugierig. Das merkt man auch immer, wenn man die Leute ein paar Woche nicht gesehen oder gesprochen hat, wollen die immer erstmal auf den neuesten Stand gebracht werden. Und ja, es gab auch viele, die uns bei dem Schritt ermutigt und gesagt haben: “Ja macht das doch mal, klingt nach einer guten Idee.”

Also sobald man irgendwie verstanden hat, was so die Idee ist, vor allem auch wo die Probleme in der Praxis liegen, dann sagen die Leute schon oft, dass man das auf jeden Fall verfolgen sollte. Und zwar halt eben auch insbesondere von den Menschen aus der Praxis, die regelmäßig sagen: “Ja ok, das ist genau das, was es jetzt braucht.”

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Da war natürlich wieder nur ein kleiner Auszug. Das komplette Interview findet ihr wie gewohnt auf YouTube.

Franca und Andreas erzählen unter anderem noch mehr zu den Themen Zielgruppe, Finanzierung, externe Unterstützung oder auch Unternehmertum.

Vielen Dank an Franca und Andreas, dass sie sich die Zeit genommen haben um uns und euch an ihrer Geschichte teilhaben zu lassen!

Bald melden wir uns wieder mit der nächsten Startup-Story. Man darf gespannt sein!

Euer start!up-Team

Sinus-Milieus – Auf der Suche nach der Zielgruppe

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