Ich AG - Was ist die Ich-AG und gibt es die überhaupt noch?

Ich-AG – Gibt es die Ich-AG eigentlich noch?

Ich AG - Was ist die Ich-AG und gibt es die überhaupt noch?

Was ist die Ich-AG?

Die Ich-AG war von 2003 bis 2006 eine Förderung von Arbeitssuchenden, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollten. Es wurde 2003 eingeführt und ist bis heute im Sprachgebrauch als Synonym für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit. Die Förderung wurde in Form eines Zuschusses zu den Einkünften des Existenzgründers gezahlt. Höhe und Dauer des Zuschusses waren natürlich begrenzt. Die Ich-AG wurde durch den Gründungszuschuss abgelöst. Man kann also heute nicht mehr eine Ich AG gründen.

Die Ich-AG hat mit der Rechtsform Aktiengesellschaft (AG) nichts gemein. Die Gründer aus der Arbeitslosigkeit haben mehrheitlich als Einzelunternehmen gegründet und keine Aktiengesellschaft. Es entstanden somit für die Gründer auch keine Rechte und Pflichten im Sinne des Aktiengesetzes.

Vielmehr steht Sie in Verbindung mit dem Hartz-Konzept, der Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt. Diese stand unter der Leitung vom ehemaligen Personalvorstand des VW-Konzerns Peter Hartz und legte im August 2002 Reformvorschläge in einem Expertenbericht vor. Peter Hartz ist auch der Namensgeber für Hartz IV, das heute noch im allgemeinen Sprachgebrauch ist.

Wann gab es die Ich-AG?

Die Ich-AG war eine Entwicklung der Hartz-Kommission und sollte Arbeitslose befähigen, sich mit einer eigenen Geschäftsidee aus der Arbeitslosigkeit in die Selbständigkeit zu begeben. Weiteres Ziel war die Schwarzarbeit einzudämmen.

Das Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz II), trat am 1. Januar 2003 in Kraft und setzte das Konzept der Ich-AG in die Praxis um, indem es einen Existenzgründungszuschuss schuf.

Bis Ende 2004 wurden ca. 268.000 Ich-AGs von der Bundesagentur für Arbeit mit diesem Zuschuss gefördert. Zum 30. Juni 2006 lief die Regelung zur Ich-AG aus.

Unwort des Jahres

Im Jahr 2002 schaffte es die „Ich-AG“ zum Unwort des Jahres. Ebenfalls wurde die Ich-AG in den Duden aufgenommen.

Alte Regelung

Vor dem 30. Juni 2006 bekamen Gründer einer Ich-AG im ersten Jahr 600 Euro im Monat, im zweiten Jahr 360 Euro und im dritten Jahr 240 Euro. Der Zuschuss summierte sich so in drei Jahren auf insgesamt 14.400 Euro.

Mit dem gezahlten Zuschuss sollten vor allem die Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden. Die Förderung wurde nicht auf den Arbeitslosengeldanspruch angerechnet. Das bedeutete, dass der, der sich während seines Anspruchs auf ALG I selbständig machte, nach dem Scheitern wieder ALG I beziehen konnte, bis er seinen Anspruch aufgebraucht hatte.

Ablösung der Ich-AG durch den neuen Gründungszuschuss

Das darauf folgende Programm Existenzgründungszuschuss für Existenzgründer fasste die Ich-AG und das Überbrückungsgeld zusammen. Danach bekamen Arbeitslose in den ersten neun Monaten eine Pauschale von 300 Euro plus ihr monatliches Arbeitslosengeld. Gegründet werden musste mit mindestens 90 Tagen Restanspruch auf ALG I.  War die Geschäftsidee erfolgreich, konnte die Agentur für Arbeit den Existenzgründungszuschuss auf Antrag für weitere sechs Monate gewähren. Insgesamt lief die Unterstützung maximal 15 Monate – also deutlich kürzer als bisher. Zudem wurde die Förderung mit dem Arbeitslosengeld-Anspruch verrechnet.

Der Gründungszuschuss wurde im Jahr 2011 nochmals gründlich reformiert, um weiter Geld zu sparen und angeblichen Mißbrauch zu unterbinden. Wichtigste Reform war die Umwandlung eines Rechtsanspruchs in eine Ermessensleistung.

Was ist beim neuen Existenzgründungszuschuss zu beachten?

Damit Gründer die Förderung des Arbeitsamt in Form eines Zuschuss erhalten können, benötigen Sie neben dem Antrag auf Existenzgründungszuschuss einen tragfähigen Businessplan. Dabei sollte man sich den Businessplan lieber nicht als Vorlagen aus dem Internet herunterladen und ein paar Textfelder ausfüllen, da der Businessplan von einer fachkundigen Stelle beurteilt werden muss.

Informationen über die Möglichkeit der Förderung der Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit (ALG I) oder aus Hartz IV (ALG II) erhält der angehende Existenzgründer bei seinem Arbeitsamt. Wenn er die Selbstständigkeit aus ALG I beginnt, erhält er Existenzgründungszuschuss, bei ALG II nennt sich die Förderung Einstiegsgeld. Informationen und entsprechende Anträge gibt es wie gesagt beim Arbeitsamt.

Mit dem Beginn der selbständigen Tätigkeit muss die Arbeitslosigkeit beendet werden. Man kann sich als Existenzgründer weiter freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, damit man, wenn es doch nicht klappt weiter Anspruch auf Arbeitslosengeld hat.

Weitere Informationen zum Existenzgründungszuschuss und der Gründung aus der Arbeitslosigkeit finden Sie hier.

Wenn Ihr Hilfe bei der Beantragung des Gründungszuschuss oder beim gründen aus der Arbeitslosigekeit braucht, meldet Euch bei uns!

Wenn Ihr Fragen, Anmerkungen und Ergänzungen habt, nutzt unseren Kommentar. Nehmt gern auch Kontakt zu uns auf!

Euer start!up Team

Unternehmensberatung
Unternehmensberatung Bad Kreuznach, Wiesbaden, Mainz, Frankfurt
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