Proof of Concept - Was ist das?

Proof of Concept – Funktioniert die Geschäftsidee?

“Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” – Trotzdem sollte jede Idee und Entscheidung entgegen jeder Risikofreude immer wohl überlegt und vor allen Dingen gut kalkuliert sein. Und genau hier kommt der Proof of Concept ins Spiel.

Proof of Concept – Was ist das?

Wenn man beispielsweise Investoren für seine Geschäftsidee gewinnen möchte, wird gerne nach einem sogenannten Proof of Concept gefragt. Dieser Proof of Concept (kurz: PoC) ist ein Nachweis, dass sich eine Geschäftsidee in der Praxis umsetzen lässt und dass die Wahrscheinlichkeit für wirtschaftlichen Erfolg hoch genug ist. Daher nennt man den PoC manchmal auch gerne Machbarkeitsnachweis.

Schritte zur Erstellung eines Proof of Concept

In vielen Industriezweigen (Software-/Hardwareentwicklung, Pharmaindustrie, Herstellungs-, Wissenschafts-, Ingenieurssektor) nutzt man den Proof-of-Concept-Prozess, um Ideen vor der Zulassung weiterer Tests und schließlich einer Produktion im großen Maßstab beispielsweise zu verfolgen.

Zusätzlich dazu kann man auch einen PoC-Plan erstellen, der sich damit befasst, wie die Dienstleistung oder das Produkt bei der Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens (oder auch anderen Geschäftsanforderungen) hilft. Aber dieser Schritt ist nicht das Hauptziel des Machbarkeitsnachweises.

Folgende Punkte sollte der PoC beinhalten:

  • Beurteilungskriterien für den Erfolg, klar definiert;
  • Dokumentation über die Durchführung des Proof of Concept,
  • eine Beurteilungskomponente,
  • Vorschlag für weitere Schritte, wenn der PoC sich als erfolgreich erweist.

Strategien für einen Proof of Concept

Wie so oft, ist auch hier die entscheidende Frage: Wie gelangt man zu einem Machbarkeitsnachweis? Im Prinzip sind hier drei verschiedene Strategien denkbar:

1. Hohes Risiko: Direkte Umsetzung der Idee

Das größte Risiko und zugleich auch den besten Erfolgsnachweis erhält man durch die praktische Umsetzung der Idee. Oder einfacher ausgedrückt: Einfach loslegen. Wenn der Markt das Angebot erfolgreich auf- und annimmt und du vielleicht sogar schon kostendeckend arbeitest, ist das ein eindeutiger Proof of Concept. Einer Anschlussfinanzierung steht so dann sicher nichts mehr im Weg.

Was bei dieser Strategie allerdings bedacht werden muss, ist, dass der Weg bis zu diesem Punkt aus eigener Kraft finanziert werden muss. Der Name hierfür ist Bootstrapping.

2. Mittleres Risiko: Erst mal einen Probelauf starten

Eine etwas weniger risikobehaftete Möglichkeit, einen PoC zu erhalten, ist die eines Testlaufs. Das heißt konkret: Die Geschäftsidee wird nicht direkt umgesetzt, sondern erst in einem kleinen Markt ausprobiert. So testet man, ob bzw. wie gut das Konzept ankommt. Mithilfe des Resultats dieses Tests kann man schließlich noch an der Geschäftsidee feilen und gegebenenfalls etwas optimieren, bevor man die Idee dann schlussendlich umsetzt.

Der große Vorteil – neben dem geringeren Risiko – ist, dass man die Fehler, die bei einer unmittelbaren Gründung auftreten würden, meist vermeiden kann. Außerdem ist der Proof of Concept aus diesem Testlauf ein meist ausreichendes Überzeugungsinstrument für Investoren.

Allerdings kann diese Strategie auch Probleme mit sich bringen: Durch den Testlauf können immer Konkurrenten aufmerksam werden, die bei Erfolg recht schnell zu Nachahmern werden können.

3. Kein Risiko: Marktforschung

Natürlich erhält man mit einer guten Marktforschung inklusive Zielgruppenbefragung noch keinen verlässlichen Erfolgsnachweis. Trotzdem kann man mithilfe einer fundierten Marktanalyse die Wahrscheinlichkeit für einen PoC relativ gut abschätzen. Vorteilhaft kann hier auch sein, wenn du zum Beispiel beweisen kannst, dass ähnliche Geschäftsmodelle woanders bereits gut funktionieren.

Vorteil dieser Strategie ist, dass man nicht übermäßig viel investieren muss. Jedoch reichen die Erkenntnisse hieraus selten aus, um die Investoren zu überzeugen. Hier heißt es dann meist: Direkt loslegen und selbst finanzieren oder Testlauf starten. Das heißt, die Marktanalyse-Strategie ist im Endeffekt meist eher nur eine Vorstufe für den eigentlichen Machbarkeitsnachweis.

Proof of Concept vs. Prototyp

Auch wenn die Begriffe Proof of Concept und Prototyp oft synonym verwendet werden, stellen sie zwei unterschiedliche Verfahren dar, die sich sowohl in ihren Ergebnissen als auch in ihren Zwecken unterscheiden.

Während ein PoC dazu genutzt wird, die Entscheidung zu treffen, ob eine Idee umgesetzt werden kann, dient ein Prototyp dem Zweck, die Idee in eine “abgespeckte” Variante des Endprodukts zu realisieren, die man dann auf Nutzbarkeit, Funktionalität und Design testen und bewerten kann. Zwar erwartet man von einem Prototyp nicht, dass er alle Funktionen und Merkmale eines marktreifen Produktes aufweist, aber trotzdem soll er die komplette Nutzbarkeit oder auch Ästhetik des Endprodukts abbilden. So bekommt man eine recht gute Vorstellung davon, was das Endprodukt sein kann.

Proof of Concept und Prototyp im Vergleich

Meilensteine zur Orientierung

Einen Machbarkeitsnachweis erzielt man nicht einfach von heute auf morgen. Dementsprechend können Meilensteine helfen, die dem Messen der Unternehmensentwicklung dienen. Mithilfe dieser Meilensteine kann man dann auch erkennen, ob und gegebenenfalls wie stark man vom Businessplan abgewichen ist.

Also sollte man zwei bis drei unterschiedliche Meilensteine definieren. Dies können zum Beispiel sein:

  • eine gewisse Kundenanzahl,
  • ein bestimmtes Umsatzziel,
  • der Break-even (= der Zeitpunkt, zu welchem der Umsatz ausreicht, um alle Kosten zu decken).

Übrigens:

Der Break-even gilt oft schon als eindeutiger Proof of Concept.

Für wen ist ein Proof of Concept relevant?

Jede/r erfolgreiche UnternehmerIn definiert sich unter anderem dadurch, dass er/sie bereits mal einen Machbarkeitsnachweis für sein/ihr Vorhaben erbracht hat – schließlich bedeutet dieser Nachweis, dass das Unternehmen wirtschaftlich tätig und profitabel ist. Und dementsprechend wird ein PoC auch für GründerInnen als relevant angesehen, da er ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen darstellt.

Trotzdem ist der PoC natürlich besonders für Venture Capital Investoren von großer Bedeutung. Diese investieren oftmals nur dann, wenn die UnternehmerInnen bereits einen Machbarkeitsnachweis erbracht haben. Somit stellt der erfolgreiche Markttest eine Grundvoraussetzung für Investments dar.

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