Investitionen

Investition – Was ist das und welche Arten gibt es?

Langfristiger Erfolg und gegenüber dem Wettbewerb dauerhaft bestehen – das wollen doch alle Unternehmer:innen. Um das zu erreichen, sind (regelmäßige) Investitionen ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung.

Das Wichtigste im Überblick

Definition: Was ist eine Investition?

Investitionen sind als Begriff in der Finanzwirtschaft angesiedelt. Der Begriff Investition fällt dann, wenn Unternehmen Vermögensgegenstände (beispielsweise Maschinen oder Fahrzeuge) erwerben, die den Zweck haben, langfristig innerhalb des Betriebes genutzt zu werden. Langfristig sind in diesem Zusammenhang in der Regel Zeiträume, die über ein Jahr hinausgehen.

Investieren (von lateinisch: investire = einkleiden) bezeichnet also den Erwerb von Wirtschaftsgütern durch Unternehmen zur Nutzung für betriebliche Zwecke über (in der Regel) mehrere Jahre. Investieren kannst du in folgendes:

  • Materielle Güter,
  • Immaterielle Güter,
  • Finanzanlagen.

Im weiteren Sinne spricht man auch von Investitionen in das Umlaufvermögen, also z.B. in Vorräte, Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe oder ähnliches. Investitionen werden oft auch im gleichen Atemzug mit Finanzierung genannt. Manche verwenden diese Begriffe auch im gleichen Kontext. Dabei handelt es sich bei Investition um die Weise, wie die finanziellen Mittel verwendet werden (Mittelverwendung), beim Begriff Finanzierung, wie die Mittel beschafft werden (Mittelherkunft).

Materielle Investitionsgüter

Materielle Investitionsgüter nennt man auch Sachinvestitionen. Die klassischen materiellen Investitionsgüter sind:

  • Immobilien,
  • Maschinen,
  • Fahrzeuge,
  • Werkzeuge,
  • IT- und Büroausstattungen.

Immaterielle Investitionsgüter

Typische immaterielle Vermögensgegenstände, in die Unternehmen investieren können, sind unter anderem:

  • Patente,
  • Lizenzen,
  • Konzessionen,
  • Firmenwerte.

Finanzinvestitionen

Auch Investitionen in Finanzanlagen sind möglich. So zum Beispiel:

  • Beteiligungen an anderen Unternehmen,
  • Beteiligungen an Gläubigerrechten (z.B. Anleihen).
Arten von Investitionen und Investitionsgütern
Es gibt unterschiedliche Arten von Investitionsgütern: Sachinvestition, immaterielle Investition und Finanzinvestitionen.

Investition und Abschreibung

Für Investitionen wird in der Regel viel Geld benötigt, dieses nennt man dann Investitionsbetrag oder Investitionssumme. Das Unternehmen darf jedoch nicht sofort den kompletten Investitionsbetrag als Kosten aufführen. Bevor das geschehen darf, muss es den Betrag verteilt über die Nutzungszeit Stück für Stück abschreiben. Dementsprechend erfasst man die Kosten für Investitionen in der Buchhaltung als Abschreibung. Die jeweilige Nutzungsdauer kannst du für gewöhnlich den AfA-Tabellen vom BMWi entnehmen.

Beispiel: Ein Unternehmen kauft ein Fahrzeug für einen Nettopreis von 36.000 EUR (Investition bzw. Investitionssumme/-betrag). Ein Fahrzeug muss gemäß Steuergesetzgebung über einen Zeitraum von sechs Jahren abgeschrieben werden. Somit beträgt die jährliche Abschreibung 6.000 EUR. Diese Abschreibungen kannst du als Kosten geltend machen und sie mindern den Gewinn.

Welche Arten von Investitionen gibt es?

Wir teilen Investitionen in verschiedene Kategorien ein. Neben den bereits benannten Sach-, Finanz- und immateriellen Investitionen können wir im Kern wie folgt kategorisieren:
  • Erweiterungsinvestition,
  • Ersatzinvestition,
  • Rationalisierungsinvestition,
  • Gründungsinvestition,
  • Folgeinvestition,
  • Desinvestition,
  • Direktinvestition.

Erweiterungsinvestition

Eine Erweiterungsinvestition ist eine Investition, die man tätigt, um beispielsweise Produktionsanlagen auszubauen, die ein Unternehmen benötigt, damit es dauerhaft mehr herstellen und verkaufen kann. Die bisherigen Kapazitäten sind nicht mehr ausreichend, daher spricht man von einer Erweiterung.

Ersatzinvestition

Von einer Ersatz- oder auch Reinvestition sprechen wir, wenn ein Unternehmen ein benötigtes Wirtschaftsgut austauscht, zum Beispiel weil es veraltet ist. Ein einfaches Beispiel hierfür ist der Ersatz eines alten PKW durch ein neues Fahrzeug.

Rationalisierungsinvestition

Im Zuge der Rationalisierungsinvestition tauscht man ein eigentlich noch gebrauchsfähiges Gut gegen ein neues, moderneres aus. So zum Beispiel eine alte Maschine gegen eine neue. Unternehmen erhoffen sich so, geringere Kosten und eine höhere Produktivität zu erreichen.

Gründungsinvestition

Unter diese Kategorie fallen allgemein die die Investitionen in Sachanlagen, die im Rahmen einer Unternehmensgründung anfallen.

Folgeinvestition

Bei der Folgeinvestition geht es um die Investitionen, welche man im Anschluss an die Erst- oder Gründungsinvestition tätigt. Hierunter können Ersatz- Erweiterungs- oder auch Rationalisierungsinvestitionen fallen.

Desinvestition

Die Desinvestition ist ein Verkauf nicht mehr benötigter Vermögensgegenstände eines Unternehmens. Mit dieser Veräußerung und dem entsprechenden Erlös setzt man gebundenes Kapital frei. Dies führt auch zu einer Verbesserung von Finanzierung und Liquidität. Im Grunde ist die Desinvestition das Gegenstück zur Investition.

Direktinvestition

Wenn ein Unternehmen im Ausland eine Betriebsstätte errichtet oder sich an einer Firma im Ausland beteiligt, handelt es sich um eine Direktinvestition.

Brutto- und Nettoinvestitionen

Kurz und vereinfacht erklärt im Unternehmenskontext: Bruttoinvestition ist die Summe aller Investitionen. Die Nettoinvestitionen erhält man hingegen, wenn man davon die Abschreibungen und Ersatzinvestitionen abzieht.

Richtig planen mit der Investitionsrechnung

Für Investitionen ist es ganz charakteristisch, dass Unternehmen für die Anschaffung viel Geld ausgeben müssen und dass das Kapital, das hierfür benötigt wird, im Betrieb während der Nutzung gebunden ist. Hinzukommt, dass für den Betrieb Folgekosten entstehen, wie z.B. für Material, Personal oder Energie. Das heißt also, dem Unternehmen stehen diese Gelder nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung (bspw. Materialeinkauf oder Schuldentilgung). Daher lohnt sich eine Investition auch nur dann, wenn das Unternehmen über die Dauer der Nutzung zusätzliche Umsätze erzielt oder Einsparungen erreicht, um die Anschaffungs- und Betriebskosten zu übertreffen.

Ein wenig anders sieht es aus, wenn ein Unternehmen eine Investition tätigen muss, um überhaupt den Betrieb am Laufen zu halten. In dem Fall steht eher die Frage im Raum, wie hoch die Kosten sind, die dem Unternehmen bevorstehen. Stehen mehrere Alternativen zur Debatte, solltest du die Variante auswählen, die die geringsten Kosten beinhaltet.

Es gibt verschiedene Verfahren zur Investitionsrechnung mit unterschiedlich hohem Arbeitsaufwand und Genauigkeitsgrad; die statischen und dynamischen Rechnungsarten.

Statische Rechnungsarten

Bei den statischen Verfahren planst du nicht die Erlöse und Kosten für jedes einzelne Jahr der Nutzungsdauer, sondern du wählst ein einzelnes „repräsentatives“ Jahr aus für die Beurteilung der Investition. Diesem Jahr rechnest du dann die durchschnittlichen Kosten und ggf. Erlöse hinzu, die zu erwarten sind. Das heißt, statische Verfahren umfassen nur eine einzige Periode. Sie lassen völlig unberücksichtigt, dass es bei den Zahlungsströmen zu erheblichen Schwankungen kommen während der Nutzungsdauer einer Investition. Statische Betrachtungen sind recht einfach umzusetzen, schließlich aber auch relativ ungenau. Man setzt sie vor allem bei Investitionen ein, die nur ein geringes Volumen haben.

Bei den statischen Verfahren unterscheidet man zwischen vier Varianten: Kostenvergleich, Gewinnvergleichsrechnung, Rentabilitätsvergleich, Amortisationsvergleich.

Kostenvergleich

Hierbei ermittelt man lediglich die Kosten einer Investition. Wenn mehrere Alternativen zur Verfügung stehen, nimmt man die günstigste Variante. Das Verfahren wird zum Beispiel genutzt, wenn eine Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen ansteht.

Gewinnvergleichsrechnung

In diesem Verfahren werden auch die Umsätze zur Berechnung herangezogen. Nach Abzug der Kosten vom Umsatz bleibt der Gewinn. Das Verfahren wird in der Praxis beispielsweise angewendet, wenn man wissen will wie viel sich mit einer Maschine erwirtschaften lässt.

Rentabilitätsvergleich

Der Rentabilitätsvergleich berechnet die Höhe der Rendite in Prozent.

Amortisationsvergleich

Beim Amortisationsvergleich geht es darum, den Zeitraum zu berechnen, wann das investierte Geld wieder über den Gewinn in das Unternehmen zurückfließt.

Dynamische Rechnungsarten

Im Gegensatz zu den statischen Verfahren versucht man sich bei den dynamischen an der Berücksichtigung, dass sowohl die Kosten als auch die Erlöse während der Nutzungsdauer oftmals schwanken, mal mehr und mal weniger stark. Außerdem beachtet man, dass Investor:innen für ihr Vorhaben eine „angemessene“ Verzinsung verlangen. Anstatt mit Durchschnittswerten zu rechnen, nutzt man hierbei unterschiedlich hohe Jahreszahlen, je nachdem was der:die Investor:in plant oder erwartet. Ebenfalls wird hier die Investitionssumme in die Berechnungen mit einbezogen.

Kapitalwertmethode

Diese Methode ist die am weitesten verbreitete. Hier berechnet man, in welcher Höhe die jährlichen Gewinne der Investition während ihrer geplanten Nutzungsdauer voraussichtlich ausfallen werden. Weil die Gewinne vermutlich zum Großteil in der Zukunft entstehen, ist es erforderlich, die Erträge auf den Zeitpunkt der Investition (die Gegenwart) abzuzinsen. Denn Gewinne, die in der Zukunft erst entstehen, haben zum aktuellen Zeitpunkt weniger Wert. Und je weiter der Gewinn in der Zukunft liegt, desto geringer ist sein Wert zum Zeitpunkt der Investition. Deshalb errechnet man bei der Kapitalwertmethode erst die voraussichtlichen jährlichen Gewinne und zinst diese dann ab. Im Anschluss daran addiert man alle abgezinsten Jahresgewinne. Die Investitionssumme zieht man dann von der abgezinsten Gewinnsumme ab. So erhält man den Kapital- oder Barwert einer Investition:

  • Kapitalwert gleich oder größer Null = das Unternehmen erwirtschaftet den Ertrag, welchen es sich vorstellt, die Investition lohnt sich also. Wenn mehrere Alternativen zur Wahl stehen, sollte die ausgewählt werden, die den größten Kapitalwert hat.
  • Kapitalwert kleiner Null = heißt nicht automatisch, dass die Investition sich nicht rechnet. Man erzielt nur nicht den gewünschten Ertrag. Im Einzelfall muss man hier neu planen und entscheiden.
Investition

Abzinsung und Aufzinsung

  • Abzinsung: Was ist ein Betrag X Jahre früher wert?
  • Aufzinsung: Was ist ein Betrag X Jahre später wert?

Interne Zinsfußmethode

Bei dieser Methode ermittelst du, wie viel Prozent an Ertrag sich die Investition voraussichtlich erwirtschaftet.

Rentabilitätsmethode

Hierdurch kannst du herausfinden, wie viel Rendite eine Investition abwerfen wird.

Investitionen finanzieren: Welche Möglichkeiten werden häufig genutzt?

Investitionen müssen finanziert werden. Das heißt, man benötigt Kapital, um die Investition bezahlen zu können. Die Begriffe Investition und Finanzierung gehen also Hand in Hand. Bei der Beschaffung von Kapital haben Unternehmen verschiedene Möglichkeiten:
  • Vollständig aus eigenen Mitteln bezahlen,
  • Bezahlung via Bankkredit,
  • Unterstützung durch den Staat, beispielsweise mit Fördermitteln (bspw. durch die KfW).

Natürlich sind auch Mischformen möglich, wie zum Beispiel ein Teil aus eigenkapital und der Rest durch Bankkredit oder Fördermittel. Ebenfalls können auch die Mittel, die durch eine Desinvestition wieder frei werden, genutzt werden, um Investitionen zu finanzieren.


Wusstest du eigentlich,…

… dass Andreas zertifizierter Fördermittelberater ist? Das ermöglicht uns, die Fördermittelberatung in unserem Beratungsspektrum vertieft behandeln zu können. Dabei geht es uns darum, unseren Kund:innen Wege aufzuzeigen, wie man mit Fördermitteln komplexe Vorhaben finanzieren kann. 


Unser Fazit

Investitionen können vielfältig gestaltet sein: Es kann sich um Gegenstände handeln, die man regelmäßig nutzt, ebenso um Güter, die man nicht direkt anfassen kann (immaterielle Güter), oder auch beispielsweise Wertpapiere. Und auch das Thema Finanzierung gehört zur Investition dazu, denn es handelt sich oftmals um nicht unerhebliche Summen, die Unternehmen dafür aufbringen müssen. Und die Mittel dafür müssen irgendwoher genommen werden. Hierfür wird entweder Eigenkapital genutzt, Bankkredite, oder auch Fördermittel durch den Staat. Gerne kann es auch eine Mischung aus den verschiedenen Quellen sein, man muss sich nicht auf eine einzelne festlegen.

Wie können wir helfen?

Planst du Investitionen für dein Unternehmen? Oder auch für deinen Unternehmensstart? Dann wirst du unter anderem einen Businessplan (inkl. Finanzplan) brauchen, in dessen Rahmen auch eine Investitionsplanung erfolgen sollte. Melde dich gerne zum kostenfreien Erstgespräch an, dann können wir besprechen, ob und wie wir dabei helfen können.

Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen!

Dein Team von start!up consulting

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